Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948437
Knochenlehre. 
Spezielle 
worfen. Dies gilt selbstverständlich auch von jener charakteristischen 
Linie, der Schläfenlinie (Lmea teznporalz's). Sie beginnt an der Stirn, 
grenzt dort durch einen beträchtlichen Vorsprung, der gegen das Wangen- 
bein hin gerichtet ist, die Stirntläche seitlich ab und wendet sich dann 
nach aufwärts, um einen Halbkreis zu beschreiben (Fig. 37 Nr. 1). Ihre 
Stärke und Ausdehnung steht im Verhältnis zu dem Schläfemnuskel, 
der von ihr entspringt. Ist er groß und stark, so ist dasselbe mit der 
Schläfenlinie der Fall, umgekehrt ist sie, sobald sie das Stirnbein ver- 
läßt, nur schwer in dem weiteren Verlauf zu verfolgen. 
Trotz dieses Wechsels in dem hinteren Abschnitt ihres Verlaufes ist 
sie gerade am Stirnbein stets deutlich und hat auf die Gestalt der Stirn 
wesentlichen Einfluß. Bei der Betrachtung eines Schädels von vorn sieht 
man beide Linien, die der rechten und linken Seite, und bemerkt, daß 
sie ungefähr 11], cm über den Augenhöhlen sich nähern, um dann im 
Ansteigen sich wieder allmählich voneinander zu entfernen. Sie be- 
schreiben also zwei nach außen konkave Bogen, die an charakteristischen 
Köpfen durch die Haut hindurch deutlich zu sehen sind. Bei guter Be- 
leuchtung wird eine helle Bogenlinie die Stirnfiäche abtrennen. Bei 
starkem Haarwuchs wird sich ihr oberer Teil bald dem Auge entziehen, 
der untere Abschnitt bleibt jedoch, namentlich bei mageren Köpfen, 
deutlich erkennbar. Am kahlen, haarlosen Scheitel läßt sie sich auf 
große Strecken verfolgen und markiert auf diese Weise die Schläfenfläche 
deutlich gegenüber dem gewölbten Scheitel. 
Als Grenze des gewölbten Schädeldaches, abwärts gegen die Wange- 
und die Ohrgegend hin, tritt eine horizontal verlaufende Knochenbrücke 
auf, welche von dem Wangenbein freischwebend zu dem hinteren Ende: 
der Schläfeuschuppe zieht, um dort mit breitem Ansatz sich zu be- 
festigen. Es ist diesi der J ochbo gen (Amus xygonzaticus, Fig. 36 Nr.  
Die beiden Jochbogen überbrücken also die Schläfengruben, und stehen 
am Schädel wie horizontale Henkel an einem Topfe. Unter ihnen ziehen 
die Schläfenmuskeln zu ihrem Ansatz am Unterkiefer. Da nur der 
untere Rand des Jochbogens von dem Ursprung eines Kaumuskels ver- 
deckt wird, liegt die vordere Flache am Lebenden unmittelbar unter der 
Haut und läßt sich leicht auf dem ganzen Weg durch den zufühlenden 
Finger verfolgen, bis zu der Stelle, wo der Bogen vor der Ohröifnung in 
die Fläche des Schläfenbeines übergeht. Bei mageren Gesichtern ist der 
Verlauf vom Wangenbein an direkt zu sehen, und die Grenze zwischen 
Schädel und Gesicht wird durch die darüber- und darunterliegende Ver- 
tiefung sofort bemerkbar. Das hintere Ende des Jochbogens liegt dicht. 
an dem ovalen Gehörloch, das in das Innere des Schläfenbeines, zu der 
Trommelhöhle und dem Labyrinth, führt. Daran schließt sich der 
Warzenfortsatz (Processus masioideus, Fig. 37 Nr. e) nach seiner Form 
so genannt. Er ist stark gewölbt; sein oberer Teil ist am Lebenden
        

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