Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948420
Dritter Abschnitt. 
Winkel für die Bestimmung der geistigen Begabung seine Bedeutung ver- 
loren hat, seitdem sich herausstellte, daß er bei verschiedenen Rassen gleich 
groß sein kann. Eine hohe und senkrechte Stirn veredelt das Gesichts- 
profil und wird von den Physiognomikern als ein Ausdruck vorwaltender 
intellektueller Fähigkeiten genommen, während der Sprachgebrauch den 
Inbegriff des Gegenteils durch die Bezeichnung "Flachkopf" ausdrückt. 
Am Apollo und Antinous ist der Gesichtswinkel selbst gröser als 900; 
die anatomische Richtigkeit wurde wahrscheinlich auch hierin der künst- 
lerischen Idee der Übermenschlichkeit aufgeopfert. Eine Hache Stirn 
(le froht fuyant) galt LAVATER als ein übles Omen; ROBESPIERRE hatte 
sie, aber auch der königliche Philosoph von Sanssouci besaß sie in noch 
auHallenderem Grade. Man kann sie auch künstlich erzeugen und damit 
J oehfortsatz CL5  
Stirnbeins 
Wangenbein u. 
Oberkiefer s- 
Zahnfortsatz d. e- 
Oberkiefers 
Unterkiefer '1- 
VordererKinn- 
Stachel s  
-9 Seheitelbein. 
'19 Schläfenlinie. 
'11 Schläfenbeiu. 
'12 Großer Keil- 
beinflügel. 
 1,1, J oohbogen. 
 Wangenbein. 
'14 Warzenfortsatz. 
45 Aufsteigender 
Unterkieferast. 
JE Unterkiefer- 
winke]. 
-17 Kinnloch. 
alle üblen Vorbedeutungen als eitlen Wahn ad absurdum führen. Weder 
Mordlust noch Menschenverachtung entstehen nach dieser kosmetischen 
Operation; die schon unsere Altvorderen geübt haben. 
Bei Frauen ist, wie bei dem Kinde, der Übergang von der Stirn 
zur Nase gemildert und bisweilen fehlt jede Einsenkung (griechisches 
Profil). Ein starker Nasenwulst und eine tief eingesetzte Nase geben 
dem weiblichen Kopf männliche Kraft, die wir von ihm nicht verlangen. 
Von der mittleren Schädelzone, dem Scheitel, grenzt sich zu 
beiden Seiten die Schläfengegend (Planum tevnporale) ab, welcher das 
Schlafenbein (Os lemporum, Fig. 36 Nr. 11), der große Keilbeintlügel 
(Fig. 36 Nr. 12) und die von einer Bogenlinie umgrenzten Abschnitte des 
Stirn- und Seitenwandbeines (F ig. 36 Nr. 10) angehören. Die Größe und 
der Grad der Flachheit der Schlafe ist sehr großem Wechsel unter-
        

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