Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948335
Haut. 
Die 
divergierend, im Bogen nach rückwärts laufen und einerseits dem Hinter- 
haupt, andererseits dem Dornfortsatz des siebenten Halswirbels zustreben. 
Alle diese ebenerwähnten Veränderungen in den Formen lassen sich als Gelenk- 
falten betrachten, entstanden unter dem Einfluß einer Beugung. Unter denselben 
Gesichtspunkt fallen mit gutem Grunde selbst die Falten am Hals, obwohl das Kiefer- 
gelenk nicht ausschließlich den Mechanismus eines Winkelgelenkes zeigt. Aber wir 
können für jetzt von den übrigen Bewegungsformen absehen. 
b) Hautfalten an den Kugelgelenken- und zwar an dem Hüft- 
gelenk, clem Schultergelenk und an dem Drehgelenk des Kopfes. 
Bei dem von dicken Muskeln umhüllten Hüftgelenk ist die Be- 
wegung und damit auch die Faltenbildung in der Haut verhältnißmäßig 
einfach. Zur Bezeichnung der Bewegungsarten sollen jene Ausdrücke 
verwendet werden, welche in der Turnsprache eingeführt sind. Bei dem 
Beinheben kann der Oberschenkel in einem rechten Winkel mit dem 
Rumpf gebracht oder bis zur Berührung mit dem Unterleib heraufge- 
zogen werden. Dabei sehen wir völlig davon ab, 0b der Unterschenkel 
gebeugt oder gestreckt ist. In der Regel ist er aus mechanischen 
-Gründen gebeugt, ja bei sehr starken Graden des Aufhebens müssen die 
gewöhnlichen Sterblichen den Unterschenkel stets beugen. Nur die Akro- 
baten machen hiervon eine Ausnahme. Die hauügste Stellung, bei welcher 
sich der Oberschenkel im rechten Winkel zum Rumpf befindet, ist diejenige 
des Sitzens. Die Haut des Oberschenkels spannt sich an der Hinter- 
und faltet sich an der Vorderflache, und zwar entsteht unmittelbar unter 
der Leistenlinie eine Furche, die Schenkelbeuge (Fig. 21). Ist der 
Schenkel nur wenig gebeugt (im Winkel von 20 Grad), dann ist die Furche 
noch seicht. Ihr Beginn wird von der Scham verdeckt; an ihrem Seiten- 
rand steigt sie dann herauf und folgt in einer Entfernung von 3 cm der 
Leistenlinie, um in der Mitte der vorderen Schenkelfläche sich in sanftem 
Bogen nach abwärts zu wenden (Fig.23). Sie endigt jedoch bald und erreicht 
in dieser Stellung niemals die äußere Schenkelfläche. Wird der Schenkel 
starker gebeugt, so daß er einen Winkel von 40-50 Grad mit dem 
Rumpf bildet, wie beim Sitzen mit gestrecktem Unterschenkel, dann 
entsteht an der Stelle der vorerwähnten Furche ein tiefer Einschnitt, 
weil die Haut des Oberschenkels sich gegen jene des Rumpfes hinauf- 
schiebt. Der Verlauf dieser Furche ist jetzt wesentlich anders. Sie 
steigt von der Scham steil in die Höhe, nähert sich der Leistenlinie bis 
auf 1 cm und biegt dann nach außen und unten ab, um schon nach 
kurzem Verlauf flach zu werden und sich zu verlieren (Fig. 21 links). Sitzt 
der Körper endlich mit gebeugtem Unterschenkel, dann nähert sich die 
Schenkelbeuge in der Mitte der Leistenlinie so, daß beide zusammen- 
üießen (F ig. 21 rechts). Durch die inneren Hälften dieser beiden Linien 
wird der Mons Veneris nach unten und nach der Seite begrenzt. 
Stärkere Grade der Beugung und die damit verbundenen Falten
        

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