Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948216
Die Haut. 
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schmale Rinne von wechselnder Tiefe darstellt. Am Nabel (Fig. 24 Nr. 1-7) 
ist die Verbindung der Haut mit der tiefen Schicht sehr innig, ebenso 
an dem Schamberg. Aus demselben Grunde bleibt selbst bei der schwel- 
lenden Rundung kindlicher oder weiblicher Formen das Schlüsselbein stets 
als Grenze zwischen Hals und Brust erkennbar, ebenso wie die Gegend 
hinter dem 01m 
Für die Rückenfläche kommt eine Linie am Hinterhaupt in Betracht, 
welche von der Hinterohrgegend der einen Seite zu derjenigen der anderen 
Seiten im aufwärts konvexen Bogen zieht. Gegen sie staut sich die Haut 
des Nackens empor, wenn der Kopf nach rückwärts sinkt; ferner kommt 
der Dornfortsatz des siebenten Halswirbels in Betracht, der deutlich bei 
gerader Haltung zu bemerken ist und als ein wichtiger Orientierungspunkt 
wiederholt Erwähnung finden wird; von da ab ist die Haut der Mittellinie 
des Rückens entlang, bis zur Steißbeinspitze inniger mit den tiefen Teilen 
verbunden, ebenso an den hinteren Rändern der Hüftbeinkamme, an der 
Schulterhöhe und endlich an einer Linie, welche von dort zum siebenten 
Halswirbel herüberzieht. 
Die obere Fläche des Schlüsselbeines hängt wegen der großen Beweglichkeit 
nicht so fest mit der Haut zusammen als die anderen ebenerwähnten Knochenpunkte. 
Doch ist immerhin die Verbindung zäh und unnachgiebig und verdient Beachtung. 
Auch die Kante der Schulterblattgräte ist zu erwähnen, obwohl auch sie bei der 
großen Verschiebbarkeit des Schulterblattes nicht in erster Linie in Betracht kommt. 
Hält man das oben Gesagte fest, so laßt sich das Auftreten von 
Falten vorausbestimmen. So sind sie z. B. am Unterleib bestimmt durch 
den Druck, der auf die Haut von oben herab ausgeübt wird, während 
dieselbe in dem Bereich der Schamgegend festgewachsen ist. Der Vor- 
gang ist dabei folgender: das untere Ende des Brustkorbes schiebt sich 
beim Sitzen mit gekrümmten Rücken nach abwärts gegen den Hüftbein- 
kamm und gleichzeitig nach rückwärts gegen die Wirbelsäule. Dadurch 
wird die Haut gegen den Schambogen gedrängt und schiebt sich, nach- 
dem ein Ausweichen auf die vordere Seite des Schenkels nicht stattfindet, 
in dem mittleren Abstand zwischen Nabel und Schoßbogen zusammen 
(Fig. 25 und 26 links unten). 
Die Falten des Gesichtes werden gemeinschaftlich mit den Muskeln des Antlitzes 
erörtert werden. Nur soviel sei hier hervorgehoben, daß sie denselben Bedingungen 
folgen, wie jene der übrigen Körperhaut. ln der Jugend gleicht die nahezu un- 
begrenzte Elastizität jede vertiefte Linie, welche der Zug oder der Druck hervor- 
gebracht, wieder aus. Mit der Reife beginnen einzelne Furchen bleibend zu werden, 
um mehr und mehr an Tiefe und an Zahl zuzunehmen. 
Die Grübchen in der Haut und ihre Entstehung. An verschiedenen 
Stellen des Körpers finden sich in der Haut seichte Grübchen. Unter 
diesen sind am bekanntesten diejenigen der Wange und des Kinns. 
Andere finden sich an der äußeren Seite des Ellbogengelenkes und zwar 
Konmmmr, Plastische Anatomie. I1. Auli. 4
        

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