Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948111
Haut. 
Die 
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Unterschiede der Haut bedingt durch das Geschlecht. Der auf- 
fallende Unterschied in der Haut der Geschlechter ist durch mancherlei 
Ursachen bedingt. Bei dem Manne kommt die größere Dicke, die stärkere 
Behaarung, ferner die intensivere Färbung durch die Sonne in Betracht, 
endlich der Mangel an Fett, dessen Reichtum den Formen des weiblichen 
Körpers die charakteristische Rundung verleiht. Von diesen Unterschieden 
verlangt nur der zuletzt erwähnte eine genauere Erörterung. 
Das Fett liegt in kleine mikroskopische Bläschen, in Fettzellen 
eingeschlossen, in dem sog. Unterhautgewebe. Die Haut sitzt nicht Wie 
ein Rock auf dem Körper, sondern ist durch eine Anzahl von Fasern, 
die sog. Bindegewebfasern, mit dem übrigen Körper verwachsen. Diese 
bilden eine über den ganzen Körper fortlaufende Schicht, das Unter- 
hautbindegewebo oder subkutane Bindegewebe. Es ist gleichzeitig die 
breite Heerstraße, auf der die zahllosen Blutgefäße aus dem Körper in 
die Haut dringen, auf der sie und die sog. Lymphgefäße wieder in den 
Körper zurückkehren, auf welcher ferner die Hautnerven, welche das 
Tastgefühl und die Empfindung von Wärme, Kälte, Druck u. s. w. ver- 
mitteln, zu der Cutis gelangen._ Dieses subkutane Bindegewebe ist mit 
Fettzellen durchsetzt, die in größere, schon für das bloße Auge sichtbare 
Häufchen angesammelt, in den Maschen des Bindegewebes aufgeschichtet 
liegen. Mehrere Fettklümpchen bilden ein Fettläppchen, welches von 
einer Bindegewebshaut umhüllt wird. Diese Umhüllung gleicht mehr 
einem dichten Netz von verschlungenen Fasern als einer Kapsel, ist also 
durchgängig für Blut- und Lymphgefäße; ebenso gehen zwischen den 
Fasern genug andere Kommunikationswege zu den benachbarten Fett- 
klümpchen und den umgebenden Gebilden. Die F ettläppchen bilden in 
gesunden Tagen eine fast ununterbrochene Lage. Dort wo sie in mäßiger 
Schicht aufgelagert ist, läßt die äußere Betrachtung kaum ahnen, daß 
dennoch Millionen von Zellen ausgebreitet sind, welche nur bei aus- 
zehrenden Krankheiten und beim Hungertod völlig verschwinden. Bei 
reichlicher Nahrung entwickeln sich die Blettläppchen in solcher Masse, 
daß unter der Haut dicke Lager angehäuft werden, welche Fettpolster 
(Panniczelus aclefposus) heißen. So spricht man denn auch schon im ge- 
wöhnlichen Leben von Fett und weiß, daß es die Geschmeidigkeit, Fülle 
und Rundung der Formen bedingt, wie sie streng genommen nur die 
Frau oder Jungfrau schmücken dürfen und die Kinder. Der Mann muß 
im Vergleich mit ihnen fettarm- sein; die starken Muskel- und Knochen- 
linien, welche bei der Frau durch das Fett meist verhüllt oder doch 
bedeutend abgeschwächt werden, müssen bei ihm klar und scharf hervor- 
treten, soll sein Körper den Ausdruck männlicher Kraft erkennen lassen. 
In der Menge des Fettpolsters liegt einer der charakteristischen 
Unterschiede zwischen dem Weib und dem Mann. Unter sonst gleichen 
Umständen lagert der weibliche Organismus mehr Fett ab als der
        

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