Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1953513
U ber Menschenrassen. 
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Schädel zu finden sind, und daß kein Volk nur aus einheitlichen Individuen besteht, 
wie man zumeist angenommen hat. Die Begriüe von Nation und Rasse sind leider 
verwischt worden, und so hielt man Franzosen, Italiener, Deutsche und Engländer, 
jedes dieser Völker für eine von den übrigen verschiedene Rasse oder Unterrasse, 
der nach und nach unter dem Einduß des Klimas, des Bodens, der Nahrung und 
der Lebensgewohnheiten immer schärfere Merkmale angeziichtet worden wären, bis 
schließlich jedes dieser Völker ein körperlich apartes, nationales Gepräge erhalten 
hätte. Die statistische Behandlung der Rassenanatomie, welche mit großen Zahlen 
operiert und die Körperform wie diejenige des Schädels und des Gesichtes aus dem 
mittleren Durchschnitt herausrechnet, hat dieser irrigen Meinung auch ein wissenschaft- 
liebes Gewand gegeben. Sobald die Untersuchung jedoch die Individuen ins Auge 
faßt, und diese vergleichend nebeneinander stellt, ergiebt sich ein Resultat, das der 
ebenerwähnten Auffassung direkt widerspricht. Die Völker sind aus rassen- 
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IPig. 272. Porträt des Kahnücken Fnonon, 
der sich selbst gezeichnet hat, und unter den Kunstfreunden durch die in Kupfer 
gegebenen Zeichnungen von den Bronzethüren des Lonnnzo GHIBEBTI sich einen guten 
Namen gemacht hat. Nach SCHADOW (Polyklet). 
anatomisch verschiedenen Individuen zusammengesetzt, die wir, trotz jahr- 
tausend langer Kreuzung, immer noch hier und dort rein auffinden. Ihre Merk- 
male sehen wir in der Nachbildung des Künstlers, der das Individuelle giebt, statt 
der Schablone, der bei seinen Schöpfungen sich daran erinnert, daß es nicht bloß 
Menschen in Europa mit Adlernasen, sondern auch solche mit kurzen, aufgestülpten 
Nasen giebt, und daß in Spanien auch blaue Augen und blonde Haare und helle 
Haut vorkommen, wie umgekehrt in Deutschland brünette Komplexionen mit südlicher 
Tiefe des Kolorites. 
Hrs und Rümn-zvnn, Crania helvetica. Basel und Genf 1864. 4".  J. Konr- 
MANN, Beiträge zu einer Kraniologie der europäischen Völker. Archiv fir Anthro- 
pologie. Bd. XIII und XIV. 1881 und 1882. Die Autochthonen Amerikas, Zeitschrift 
für Ethnologie. 1883.  J. RANKE, Die Schädel der altbayerischen Landbevölkerung. 
Beitr. z. Anthrop. u. Urgesch. Bayerns. Bd. V. 1883.  R. Vmcnow, Beiträge zur 
physischen Anthropologie der Deutschen mit besonderer Berücksichtigung der Friesen. 
Abhandl. der königl. Akad. der Wissensch. zu Berlin. 1876.  O. Ammon, Zur An- 
thropologie der Badener. Jena. 1899.  G. Rnrzws, Crania. suecica antiqua. Mit 92 
Lichtdrucktafeln. Stockholm 1899. In allen angeführten Schriften sind zahlreiche Litte- 
raturangaben zu finden.
        

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