Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1953425
556 
Zweiter 
Teil. 
Abschnitt. 
Fünfter 
dabei in Betracht kommt, sondern auch die eigenartige Stellung der 
Flächen. Die Nasenfortsatze stehen nicht steil in das Stirnbein eingefügt, 
wie bei den Langgesichtern, sondern sie kehren ihre Fläche zu einem 
großen Teile nach vorn, die Nasenbeine müssen ihnen folgen und bilden 
also nur einen verhältnismäßig niedrigen Nasenrücken, der überdies ein- 
gebogen ist. Was den Nasenbeinen an Länge abgeht, ersetzen sie durch 
Breite, und so wird der Nasenrücken nicht nur eingebogen, sondern auch 
breit (Fig. 265). Damit ändert sich auch die Form des Naseneinganges; 
er wird weit und "viereckig". Die Nasenfortsatze des Oberkiefers und 
die Nasenbeine drängen durch ihre flache Lage, mit Hilfe des entsprechend 
breiten Ansatzes an dem Stirnbein, die Augenhöhlen beträchtlich aus- 
einander, viel mehr als dies bei den Langgesichtern der Fall ist, die 
Augenachsen stehen also ebenfalls auseinander (Fig. 272). Die Wangenbeine 
rücken, gezwungen durch die größere Ausdehnung der J ochfortsatze, weiter 
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Fig. 266. Gesicht eines alten Mannes. 
von der Mittellinie des Gesichtes ab, aber sie selbst haben auch eine 
Krümmung ihrer äußeren Flache, wodurch oft die eine Hälfte nach dem 
Gesicht und die andere nach der Schläifeniiäche des Kopfes gerichtet ist, 
entgegengesetzt zu der Form der Wangenbeine bei den Langgesiclitern. 
Der Jochbogen ist stark ausgelegt, und setzt mit weitem Bogen über die 
Schlafengrube hinweg. In Übereinstimmung mit diesen Rassenmerkmalen 
ist die niedrige Form des Augenhöhleneinganges, der, länglich viereckig, 
in vollkommener Übereinstimmung zu der Form des Kurzgesichtes steht 
(Fig. 265). Der Unterkiefer hat sich ebenfalls dem gedrungenen Gesichts- 
skelet angepaßt, er ist niedrig, weit, selbst die Zähne stimmen mit der 
gedrungenen Gestalt aller Teile überein, denn die Kronen sind kurz und 
(zylindrisch im Vergleich mit denen der Langgesichter. Besonders deutlich 
ist der Gegensatz an den Sclineidezähnen. Die Weichteile, Welche sich 
über die Knochen des Gesichtes hinweglegen, sind nur imstande, die 
Linien der Knochen zu mäßigen, nicht aber den Charakter des Kurz- 
gesichtes zu unterdrücken. Der Nasenrücken bleibt eingebogen, und die
        

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