Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948095
Haut. 
Die 
Knochen durch feine Fasern verbunden, welche bald festere Verbindungen 
herstellen, bald dehnbar sind und beträchtliche Verschiebungen und da- 
bei F altenbildungen gestatten. Falten sind also nicht nur von der Haut, 
sondern auch von der Unterlage abhängig. Die Abbildungen des jugend- 
lichen Frauenhalses, Figg. 11-13, bieten dafür Beispiele, wie Falten von 
der Haut allein und von der Unterlage abhängen. Die Hautfalte am 
Nacken in Fig. 11 entsteht durch das Zurückbeugen des Kopfes, wobei 
die Nackenhaut in der Gegend des 6. Halswirbels sich staut und dadurch 
eine Falte entsteht. Alle drei Figuren zeigen überdies verschiedene Ab- 
stufungen jener Falten, welche mit dem Verlaufe des Kopfnickers zu- 
sammenhängen. Bei Fig. 12 sind diese Falten sehr schwach, bei Fig. 11 
ist namentlich jene nach abwärts vom Kopfnicker bemerkbar, während in 
Fig. 18 zwei Falten auftreten, welche durch den Kopfnicker M getrennt 
sind. Ihre Tiefe und Ausdehnung ist aus den Abbildungen ersichtlich. 
Bei der Figur 12 ist die Drehung des Halses ohne Senken des Kopfes 
ausgeführt und dabei der Kopf nach vorn von der Rumpfachse gestellt. 
Dadurch tritt der linke Kopfnicker stark in Thätigkeit und bildet eine 
vorspringende Erhebung, die in der Muskellehre näher gedeutet werden soll. 
Die Oberhaut, 0b dünn oder dick, löst sich nach Eintauchen in kochend heißes 
Wasser am Lebenden wie an der Leiche in großen Fetzen ab. Beim Lebenden er- 
hebt sie sich durch Ansammlung einer Flüssigkeit nach leichten Verbrennungen in 
Form einer Blase und zeigt dadurch, daß man mit Recht auch von der Oberhaut, trotz der 
Zusammensetzung der Zellen, dennoch als von einer zusammenhängenden Schicht spricht. 
Farbe der Haut. Die beiden Schichten, die Oberhaut und die Leder- 
haut, besitzen eine hervorragende Eigenschaft: sie sind durchsichtig. 
Die Durchsichtigkeit zeigt sich vor allem darin, daß die in der Lederhaut 
vorkommenden feinen Blutgefäße je nach der Dicke der Epidermis als 
verschiedene Grade von Rot kenntlich werden. Die sog. Fleischfarbe, 
jener leichte Rosaton der Haut, das Inkarnat, rührt davon her. Die Röte 
der Wangen bis zu dem intensiven Rot der Lippen sind weitere Ab- 
stufungen, welche teils von der dünnen Beschaffenheit der Oberhaut, wie 
an der Wange, teils von der größeren Menge der Gefäße auf einer ge- 
gebenen Fläche abhängen (Lippen). Man muß sich für das volle Ver- 
ständnis dieser Thatsachen an das optische Verhalten der Lichtstrahlen 
erinnern. Von denjenigen, welche die Oberfläche der menschlichen Haut 
treffen, wird ein Teil unverändert zurückgeworfen, ein anderer dringt aber 
in die Tiefe, trifft die mit Blut gefüllte rote Gefaßschicht der Cutis; es 
kehren nun auch rote Strahlen zurück und gelangen gemischt mit den 
von der Oberiiache reflektierten in unser Auge. Dieser letztere Fall tritt 
in seiner Einfachheit nur bei den blonden Individuen mit heller, weißer 
Haut ein. Bei Brünetten sowie bei den farbigen Rassen erhalten die aus 
der Tiefe der Haut zurückkehrenden Lichtstrahlen noch andere Farben-
        

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