Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1953399
Nlenschenrassen. 
Über 
553 
muß der Bogen des Unterkiefer-Körpers enge sein. Zu diesen Merkmalen 
des langen Gesichtsschädels kommen runde, hoch aufgerissene Augen- 
höhleneingänge (Fig. 264). Auch sie folgen der allgemeinen Regel, nach 
welcher in dem Langgesicht die Höhendimensionen vorherrschen. 
Die Figur 264 stellt den Schädel eines solchen Langgesichtes dar, 
an welchem die eben erwähnten Eigenschaften gut ausgeprägt sind. Auf 
einen Gesichtsschädel solcher Art legen sich Muskeln, Fett und Haut, 
ohne irgend eines der charakteristischen Merkmale zu verdecken. Niemals 
wird unter normalen Umständen diese, durch die Knochen gegebene Grund- 
form, verwischt. Um ihre Merkmale zu studieren, darf man aber nur zu 
dem Schädel des Erwachsenen greifen, nicht zu demjenigen des Kindes 
und des Greises. Bei dem Greis tritt durch das Ausfallen der Zähne 
und durch den darauffolgenden Schwund der Zahnfortsätze des Ober- und 
Unterkiefers eine starke Verkürzung der Gesichtshöhe ein, und bei dem 
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Fig" 
263. 
Ein 
dolichocephaler Kopf (wahrscheinlich 
Kopie nach SCHADOW. 
Soxmms). 
Kind ist die Proportion des Gesichtes aller Rassen kurz und breit aus 
den schon weiter oben erörterten Gründen, und überdies die Nase ein- 
gebogen. Von den die Knochen bedeckenden Weichteilen der lang- 
gesichtigen Europäer ist folgendes zu bemerken: Die Komplexion, so 
heißt die Gesamtheit der Merkmale an den Augen, den Haaren und der 
Haut, kommt in zwei Arten vor, nämlich als dunkle Koinplexion, mit 
dunklen Augen, dunklen Haaren und dunkler Haut, und als helle Kom- 
plexion, mit hellen Augen, hellen Haaren und heller Haut. Man be- 
zeichnet die eine als brünette, die andere als die blonde Unterrasse der 
Europäer. Obgleich es noch nicht möglich geworden ist, einen Unterschied 
an dem Skelet des Schädels zwischen diesen beiden Formen der euro- 
päischen Menschen nachzuweisen, so ist es doch zweifellos, daß die Ver- 
schiedenheit der Komplexion an ein sehr altes Erbstück erinnert. Die 
Regelmäßigkeit, mit der diese Eigenschaften schon bei Kindern hervor- 
treten, und die Ausdauer mit der sie selbst bei der Kreuzung blonder 
und brünetter Individuen wieder zum Vorschein kommen, beweist, daß
        

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