Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1953343
548 
Zweiter 
Teil 
Vierter 
Abschnitt. 
Proporti on s] ehre 
man schlich en 
des 
Körpers. 
Seite 522 und die folgenden Zeilen enthalten dann die Maße für die ein- 
zelnen Abschnitte. 
Wein die oben gegebene Feinheit des Maßes : lfmo der Höhe nicht 
genügt, der kann die Höhe in 1000 Teile teilen, ein Verfahren, das für 
Kolossalfiguren empfehlenswert ist. Man braucht an die Zahlen von 
Seite 522 nur stets eine Null zu hängen, um die Distanz in Tausendstel 
der verlangten Höhe zu besitzen. 
Mit Hilfe unseres, oder jedes anderen der zahlreichen empfohlenen 
Kanon laßt sich für jeden einzelnen Fall folgende Art der Vergrößerung 
bequem herstellen: auf der Wand des Ateliers oder auf einer Leinwand 
wird ein für allemal eine senkrechte Linie von 2-4 Meter Höhe gezogen 
und in 100 Teile geteilt. Von den einzelnen Linien zieht man gegen 
die in großer Entfernung auf der gleichen Wand aufgezeichneten Figuren 
251 und 252 konvergierende Linien. Die Scheitellinie der Figuren muß 
parallel sein zu der großen Linie A u. B. Senkrechte Linien, welche 
zwischen den Figuren 251 und 252 und AB paralell gezogen werden, geben 
je nach der Distanz die Kanones für Figuren von 1[4-4 Meter in be- 
liebiger Größe. Dieses Verfahren ist langst bekannt und wegen seiner 
außerordentlichen Einfachheit überall anwendbar, aber dennoch wenig im 
Gebrauch. Bei der Herstellung des Thonmodelles für Statuen macht es 
nach diesen Angaben keine Schwierigkeiten, die Richtigkeit der Haupt- 
proportionen schon im Beginn zu prüfen. "Es ließen sich dadurch leicht 
die so häufigen „Mißverhaltnisse" der menschlichen Figuren in der Zu- 
kunft vermeiden. 
Aus diesem Überblick über die Proportionslehre geht auf das klarste 
hervor, daß wir mehrere brauchbare Methoden besitzen, welche die prak- 
tische Anwendung irgend eines Kanon höchst empfehlenswert machen. 
Nach dem Beispiel der großen Künstler aller Zeiten gilt als Hauptregel: 
miß! miß Groß und Klein, miß oft!!, um das Auge zu üben. 
Anßnscnr Dünen: Von der menschlichen Proportion. In Latein und in Hoch- 
deutsch zu Nürnberg gedruckt im Jahr 1527. Das Werk wurde in alle Sprachen 
übersetzt. Die Holländische Ausgabe erschien 1622 in Arnheim. Im Jahr 1866 
erschien in Wien eine neue und zeitgemäße Übersetzung ins Deutsche durch Tnosr, 
denn das Deutsch A. Dünuns aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist für uns schon 
schwer verständlich geworden.  Fmmz Lumnzxx: a. a. O.  Derselbe: 12 Gips- 
modelle en miniature, männliche Individuen in verschiedenem Lebensalter vom 
mehrjährigen Knaben bis zum Erwachsenen darstellend.  Derselbe: 12 Gipsmodelle 
en miniature, weibliche Individuen in verschiedenem Lebensalter vom Neugeborenen 
bis zum erwachsenen Mädchen darstellend.  GOTTFRIED Scnsnow: Polyklet oder 
von den Maßen des Menschen nach dem Geschlechts und Alter mit Angabe der 
wirklichen Naturgröße und Abhandlung von dem Unterschiede der Gesichtszüge und 
Kopfbildnng der Völker des Erdbodens. Berlin 1834. 2 Teile. Text 40 und 2 Teile 
eines Atlas in fol. max. mit vielen lithographierten Tafeln.  C. Scnnmr (Professor 
an der Kunstschule zu Stuttgart): Proportionslehre des menschlichen Körpers. 
Tübingen 1882. Scnmmr nimmt als Maßstab die Fingerbreite und findet 83 Finger-
        

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