Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1953092
des 
Proportionslehre 
Körpers. 
menschlichen 
523 
Die auf die zweite Kopfnasenhöhe plus einem Teil ge- 
zogene Horizontale (Fig. 252) trifft den Ursprung des Delta- 
muskels an dem Akromion. 
Von der Fußsohle bis zur Ausladung der Wade sind zwei 
Kopfnasenhöhen oder               
Von der Fußsohle bis oberhalb der Kniescheibe sind drei 
Kopfnasenhöhen oder               
Von der Fußsohle bis zur Mitte des Oberschenkels und den 
Fingerspitzen, wenn die Schultern angezogen und die 
Finger in natürlicher Weise leicht gebogen sind (Fig. 252) 
sind vier Kopfnasenhöhen oder           
Von der Fußsohle bis zu den Brustwarzen (Fig. 252)    
(QUETELET fand bei den belgischen Grenadieren im Mittel 
eine verwandte Zahl 74-2.) 
Von der Fußsohle bis zu den Achselhöhlen        
Das ist die Stelle, an der bei herabhängendem Arm die 
freie Gliedmasse beginnt. 
Von der Fußsohle bis zur Halsgrube          
Von der Fußsohle bis zum Kehlkopf          
20 Teile 
30 n 
40 „ 
'73 v: 
76-3 
77 
7) 
Eine Stelle des Rumpfes, die vielfach zur Orientierung benutzt wird, 
ist der Nabel. Er ist vom Scheitel 40 Teile, von der Fußsohle 60 Teile 
entfernt, die Körperhohe : 100 angenommen. Der Nabel hat also beim 
Erwachsenen mit der Körpermitte gar nichts zu thun; er liegt weit ober- 
halb derselben. Dabei ist zu beachten, daß die Höhe des Nabels an sich 
schon wechselnd ist, er kann 2-3 Einheiten höher oder tiefer sitzen, 
wie langst bekannt ist. Ein hochstehender Nabel ist von besserer Wirkung 
als ein tiefstehender. Von der Handhabe des Brustbeines (Figg. 251 und 
252) ist der Nabel 20 Einheiten des Maßstabes entfernt, allein dies gilt 
nur bei der aufrecht stehenden Figur. Wenn der Rumpf nach vorn ge- 
beugt wird, nähert sich das Brustbein dem Becken und die Entfernung 
von Nabel und Halsgrube wird verkürzt.  Für die Proportionslehre ist 
die Bestimmung der Körpermitte bei dem Erwachsenen eine Haupt- 
aufgabe. Von dem Scheitel bis zur Körpermitte rechnen Künstler die 
Überlange, von der Körpermitte zur Fußsohle die Unterlänge. Die 
Künstler sagen: wenn eine männliche Statue oder ein männliches Modell 
den äußeren Ansatz des Gliedes in der halben Höhe der aufgerichteten 
Figur besitzt, dann ist „die Mitte richtig". Vom Scheitel bis zur Glied- 
wurzel sind 50 Einheiten des 100 teiligen Maßstabes, und ebenso viel von 
dort bis zur Fußsohle. 
Wie bei dem Nabel, so ergeben sich aber auch hier Schwierigkeiten, weil die 
Gliedwnrzel an der vorderen Fläche der Scham- oder Sehoßfuge befestigt (Fig. 1 bei v) 
keinen fixen Punkt darstellt. Man hat deshalb um eine Stelle am Skelet zu bezeichnen, 
den oberen Rand der Schamfuge als Mitte des Körpers angenommen. Allein Mes- 
sungen haben gezeigt, daß die Körpermitte nicht immer auf diesen Punkt fallt, bald 
trifft sie auf die Mitte und bald auf den unteren Rand. Eine Entscheidung läißt sich 
nicht erreichen wegen der Variabilität des menschlichen Körpers. Bald ist nämlich 
der Rumpf etwas länger als die Beine, bald sind die Beine länger als der Rumpf,
        

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