Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948038
Das 
Skelet. 
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Enden ihrer Drehaxe, und setzen sich an dem gegenüberliegenden Rande der Gelenk- 
pfanne an. Sie sind so beschaffen, daß sie einerseits die beiden Gelenkflächen fest 
und dennoch beweglich aneinander heften, und andererseits ein seitliches Ausweichen 
unmöglich machen. Seitenbänder an Fig. 7' Nr. 1-1, 33. 
Modifikationen des Winkelgelenkes sind: 1. Gelenke mit sattelförmiger 
Gestaltung. Der Einschnitt in die "Rolle" ist breit und Hach, und die Seitenbändcr 
sind nicht so straif gespannt, wie bei den reinen hVinkelgelenken. Dadurch werden 
auch seitliche Bewegungen möglich. Das schönste Beispiel für ein solches Gelenk 
ist dasjenige zwischen Daumen und Handwurzel (Fig. 7 zwischen Nr. 1211. 28). 
2. Gelenke mit schraubenförmiger Gestaltung der Gelenkfiächen. Der 
Unterschied von- dem Winkelgelenk beruht nur darin, daß die Führungslinien die 
Richtung wie bei einer Schraube haben. Die Ebene, in der die Bewegung stattfindet, 
durchschneidet bei solchen Gelenken die Gelenkaxe nicht senkrecht wie bei dem 
Winkelgelenk, sondern in schiefer Richtung. Sowohl bei Mensch als Tier ist diese 
Gelenkforrn in großer Verbreitung zu finden, z. B. an dem Ellbogen und dem Knie. 
Der Einfachheit halber werden jedoch hier alle diese Gelenke als einfache Winkel- 
gelenke aufgefaßt. Wo immer wichtige Abänderungen Vorkommen, da soll an dem 
betreffenden Ort darauf hingewiesen werden. 
Für eine eingehende Schilderung empfehlen sich wegen ihrer ober- 
flächlichen Lage die Winkelgelenke der Finger. Ein großer Teil ihrer 
Eigenschaften laßt sich schon durch die Haut hindurch erkennen, nament- 
lich an mageren Händen. Die genaue Kenntnis des Mechanismus ist 
gleichzeitig ein wertvolles Hilfsmittel für das Verständnis des Kniegelenkes, 
das zwar nicht unwesentliche Abänderungen aufweist, aber in der Haupt- 
sache nach demselben Plane geformt ist. Der Anatom versteht unter den 
Winkelgelenken der Finger nur jene am Nagelglied und in der Mitte 
der Fingerlange. Das Fingerhandgelenk (Articulatio metaccarpo-phalangea) 
zwischen Mittelhand und Fingerwurzel gehört zu der Reihe der Kugel- 
gelenke. Denn wir können solche nicht" nur beugen und strecken, sondern 
auch spreizen, ja wir können durch Überführen dieser Bewegungen in- 
einander, mit der Spitze eines Fingers, am deutlichsten des Zeigefingers 
sogar einen Kreis beschreiben. Bei den zwei letzten Fingergelenken, von 
der Fingerwurzel aus gezählt, ist dagegen lediglich Beugung und 
Streckung ermöglicht. Ein querliegender mit Knorpeln überzogener 
Cylinder rollt auf einer entsprechend gehöhlten cylindrischen Pfanne. 
Die Fig. 7 Nr. 13, 19, 20-21, 31, 32 zeigt das Winkelgelenk nach Entfernung 
der Kapsel in verschiedenen Stellungen. Die querliegende in der Mitte 
durch eine sattelförmige Vertiefung eingeschnittene Rolle Fig._7 Nr. 18 sitzt 
auf einer schwach gehöhlten Pfanne Fig. 7 Niz19. Aus ihrer Mitte erhebt 
sich eine stumpfe Leiste, welche ihre Führung in dem Einschnitt an der 
Rolle findet (vgl. Fig. 7 Nr. 31, 32). Durch das Ineinandergreifen von Leiste 
und Einschnitt wird die Gangart des Gelenkes wesentlich gesichert. Denn 
diese beiden Flächen können sich nur in einer und derselben Ebene ver- 
schieben wie die Flügelthüren, Kofferdeckel, wie die Branchen des 
Zirkels u. s. w. Eine Gelenkkapsel, welche wie ein schlaffer Sack die 
KOLLMANN, Plastische Anatomie. II. Aufl. 3
        

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