Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952743
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Zweiter 
Teil. 
Abschnitt. 
Zweiter 
Strecken der Glieder noch nicht gewöhnt. Erst langsam gewöhnen sie 
sich an die gestreckte Stellung; es ist also falsch, diese Streckung schon 
in den ersten Wochen gewaltsam herbeizuführen, wie dies noch häufig 
geschieht, oder die Arme und Beine gestreckt darzustellen wie bei Soldaten 
in Reih und Glied. 
Der Kopf ist bei den Kindern auffallend groß, weil das Gehirn sehr 
entwickelt ist. Für die Messung wird die Kopfhöhe bevorzugt, welche 
vom Scheitel bis zumgKinn reicht, es ist dies die sogenannte gerade Höhe, 
projiciert auf eine Linie wie in Figur 238.1 Sie heißt kurz: Kopfhöhe. 
Wird die Länge eines Wickelkindes gleich 100 gesetzt, dann 
beträgt die Kopfhöhe.             
schwankt also im Mittel um 114 der ganzen Länge des Kindes. 
Man hat dies auch so ausgedrückt: Die Länge des Neu- 
geborenen beträgt 4 Kopfhöhen. Der Kopf ist nicht nur 
der Länge, sondern auch der Breite nach bedeutend ent- 
wickelt. Die Breite beträgt im Mittel, die Körperhöhe 
stets gleich 100 Teile angenommen          
Der Kopf ist bei gut entwickelten Kindern nahezu ebenso 
breit, wie der Querdurchmessei- des Beckens; die Länge 
des Kopfes, gemessen von der Stirn bis zu dem vorragend- 
sten Punkte des Hinterhauptes beträgt, die Körperhöhe 
gleich 100 angenommen, im Mittel bei Kindern zwischen 
demLunddem12Monat.           
Die Gesichtshöhe, gerechnet von der Nasenwurzel bis zum' 
Kinn, beträgt im Mittel.             
Oberhalb des Gesichtes erhebt sich also der Gehirnteil des 
Kopfes noch 10-14 Teile hoch. 
Teile 
24 
Der Hals besteht an der vorderen Seite im Anfang nur aus einer 
tief eingeschnitteneu Rinne, die oben und unten von einem schmalen Haut- 
streifen begleitet ist. Der Hals ist" wegen der unvollkommenen Ent- 
wickelung des Stimmorganes und wegen der gesenkten Haltung des Kopfes 
so kurz, daß das Kinn nahezu das Brustbein berührt. Von vorn ist bei 
natürlicher Haltung des Kopfes, wobei der Blick gerade aus gerichtet ist, 
ein Hals überhaupt nicht zu sehen. In der Kürze des Halses liegt ein 
charakteristisches Merkmal des Wickelkindes; es darf dieses Merkmal 
nicht willkürlich abgeändert werden, ohne die Wirkung abzuschwächen, 
welche die Formen des übrigen Körpers auf den Beschauer machen.  Die 
hintere oder Nackenilache des Halses hat eine etwas größere Ausdehnung; 
dies rührt aber teilweise davon her, daß die Abgrenzung nach oben und 
unten fehlt, weil der Übergang in den Rücken und den Hinterkopf nicht 
so scharf abgesetzt ist wie vorn durch Unterkiefer und Schlüsselbein. 
1 Für die Abnahme dieses Maßes eignet sich am besten der Schiebezirkel von 
R. Vmcnow konstruiert, nach demselben Prinzip wie der sog. Kaliber geformt. Der 
eine Schenkel des Kalibers wird an dem Scheitel angelegt, die andere an das Kinn. 
Die Hauptstange muß zur Grundfläche senkrecht gerichtet sein.
        

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