Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952734
des Kindes. 
Anatomie 
487 
Kopf und Rumpf der Kinder in den ersten zwölf Monaten. 
Diese beiden Teile, Kopf und Rumpf, haben eine große Länge gegenüber 
den Beinen. Sie beträgt im Mittel 66 Teile. Wenn aber gesagt wurde, 
die Beine der Neugeborenen müßten durch die Künstler ansehnlich kurz 
gemacht werden, so darf hier die andere Hälfte der Mahnung Platz ünden, 
Kopf und Rumpf müßten bei Wickelkindern lang sein. Die Brust ist, 
obwohl stark gewölbt, doch kurz im Vergleich mit dem Unterleib, der 
weit vorgebaucht und umfangreich ist. 
Der Gegensatz der kindlichen Formen zu denen des Erwachsenen 
spiegelt sich auch in der Lage der Körpermitte. Bei den Wickelkindern, 
wie die Kinder zwischen dem 1-12 Monat heißen können, liegt die 
Körpermitte dicht unterhalb des Nabels nur 1-2 Teile entfernt. 
Bei vielen Kindern dieses Alters trifft sie sogar direkt auf den Nabelß 
Der Nabel ist also ein wertvoller Orientierungspunkt für den 
Körper des Kindes. Vom Scheitel zum Nabel rechnet man 
Vom Nabel zur Fußsohle ebenfalls           
die Körperhöhe gleich 100 Teile gesetzt. 
Teile 
77 
50 
50 
Wenn dies nicht immer der Fall ist, so rührt es davon her, daß 
diese Stelle eben auch höher oder tiefer liegen kann. Bei dem Erwachsenen 
liegt die Körpermitte im Bereich der Schamgegend. Dieser Unterschied 
beim Kind in der Lage der Körpermitte darf als Gesamtausdruck der 
kindlichen Proportionen angesehen werden.  Der Rücken des Säuglings 
war in der Gebärmutter stark gekrümmt, wie denn überhaupt das Kind 
in dem Mutterleibe stark zusammengebogen ist, ein Zustand, der nur 
allmählich verschwindet. S0 ist denn der Rücken der Wiekelkinder noch 
längere Zeit gekrümmt, wenn auch nicht in so hohem Grade, wie vor der 
Geburt. Die Schultern stehen hoch und der Rücken ist breit und iiach, 
weil die Arme im Anfang immer noch gebeugt und auf die Brust ge- 
legt sind. Dadurch treten die Schulterblätter nach außen und machen 
den Rücken breit und iiaoh. (Vergl. auch die Fig. 241.) Bei dem Ein- 
tritt in die Welt und noch während der ersten Monate sind die Arme 
und die Beine in Winkelstellung zu dem Rumpf. Die Beine sind an den 
Rumpf hinaufgezogen und im Knie gebeugt, die Arme an die Brust ge- 
zogen und im Ellbogen gebeugt, die Hand geschlossen. Wenn beim Säug- 
ling der Versuch gemacht wird, die Beine so zu strecken, wie es der 
Erwachsene thun kann, so stößt man auf Widerstand, ebenso wie bei der 
Streckung der Arme. Die Beuger sind noch nicht hinreichend lang, so 
wie sie es später nach und nach Werden, sie sind an die Dehnung beim 
1 Es kommen auch Wickelkinder vor, bei denen die Körpermitte oberhalb des 
"Nebels liegt. Es ist durch Messungen nachweisbar, daB, die ganze Höhe : 100 an- 
genommen, dann die Höhe vom Scheitel bis zum Nabel nur 48 Teile beträgt. Solche 
Lage giebt eine gute Form. Ein tiefliegender Nabel ist nicht schön, weder bei dem 
Erwachsenen noch bei dem Kind.
        

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