Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952670
des Weibes. 
Anatomie 
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von der Seitenfiäche des Rumpfes sich abhebt. Diese dreieckige Fläche 
rührt von dem großen Sägemuskel her. Das Akromion ist in Form einer 
deutlichen Einsenkung zwischen Deltamuskel und Hals sichtbar, der 
mediale Rand des Schulterblattes ist etwas von seiner Grundlage abge- 
hoben; der obere und untere Winkel sind angedeutet, wie alle Haupt- 
formen des Schulterblattes und seiner Muskeln; sie lassen die Einzeln- 
heiten mit Hilfe der Figuren 29 und 184 Schulter des Mannes , der 
Figur 32 Schulter der Frau, durch Abstufung zutreffend deuten. In 
dem Raum zwischen dem unteren Winkel des Schulterblattes und dem 
Kreuzbein zieht der Rückenstrecker nach abwärts (vergl. die Figg. 178 
und 182), der unterhalb des Schulterblattes die Rückenlinie durch seine 
Wölbung begrenzt. Durch den mit dem Krug belasteten, erhobenen 
Arm sind alle die erwähnten Einzelnheiten sichtbar, während in der 
Figur 236 nur die Wölbung des Scl1ulterblattes und der Rückenstrecker 
in ihren Hauptformen erkennbar sind. 
Die Biegung der Wirbelsäule entspricht in Figur 236 derjenigen 
Tiefe, die sie bei ruhigem Gang besitzt; in der Figur 228 ist der Schwung 
in der Biegung der Wirbelsäule stärker, weil der eine Arm mit dem 
Gesäß emporgehoben wurde. Um diese Last zu balancieren, muß sich 
der Oberkörjper zurücklegen, wodurch die Biegung der Wirbelsäule ver- 
mehrt wirdÄNeben dieser Biegung in der Längsachse der Wirbelsäule 
hat jeder Mensch auch die Fähigkeit gleichzeitig die Wirbelsäule zu 
drehen oder sie seitlich zu biegen. Diese beiden Bewegungen können 
gleichzeitig oder nacheinander ausgeführt werden. In der Figur 22 ist 
die Drehung (Torsion) gut ausgeprägt und wurde schon bei der Schil- 
derung der vorderen Mittellinie erwähnt (S. 52). Die seitliche Beweg- 
lichkeit wird am häufigsten sichtbar bei dem Heben und Senken der 
Schultern, z. B. bei dem Hinaufreichen des rechten Armes nach einem 
hochgelegenen Gegenstande, einer Frucht, während der linke Arm herab- 
hängend eine mäßige Last trägt, z. B. einen Korb, der schon teilweise 
mit Früchten gefüllt ist. Die seitliche Beweglichkeit der Wirbelsäule 
drückt sich durch die geschwungene Linie des Rückgrates aus. Einen 
mäßigen Grad dieser seitlichen Beweglichkeit hat die Momentaufnahme 
in der Figur 236 fixiert. Der Kopf ist etwas nach links gewendet und 
dabei geneigt, der linke Arm, der die Schale trägt, steht tiefer als der 
rechte (vergl. die Höhe der Handgelenke), der Querdurchmesser der 
Schultern liegt nicht in der gleichen Ebene wie der Querdurchmesser 
des Beckens, dies rührt aber davon her, daß die Wirbelsäule, abgesehen 
von einer leichten Drehung links, im Gebiet des Thorax, gebogen ist. 
Die RiPPen nähern sich dann auf der entsprechenden Seite und der 
ganze Brustkorb nähert sich auf der linken Seite dem Hüftbeinkamm, 
während er sich rechts entfernt. (Trotz der perspektivischen Verkürzung 
ist die Biegung der Wirbelsäule an der Figur 236 dennoch kenntlich.) 
KOLLMANN, Plastische Anatomie. II. Aun, 31
        

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