Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952631
Weibes. 
Anatomie 
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Konfiguration des Bauches wird verwischt durch Schwangerschaft und 
Geburten. Nach der Ausdehnung, welche die Haut und das darunter 
liegende Bindegewebe während der Schwangerschaft erlitten haben, er- 
langen sie selten ihre frühere straffe Beschaffenheit wieder. 
Die Linie der Weichen, zwischen Brustkorbende und dem Seiten- 
rande des Hüftbeinkammes, ist bei schönem Körperbau gut gewölbt, wie 
in den Figuren 227 und 228. Die Linie von der Figur 228 ist tadel- 
los und nicht durch frühzeitigen Gebrauch des Mieders, des Schnürleibes, 
entstellt. Dies geht daraus hervor, daß weder in dieser noch in den 
folgenden Figuren die unteren Teile des Brustkorbes eingeschnürt sind 
und daß sich die Linie ohne Unterbrechung in die zum Rollhügel hinab- 
steigeude Hüftlinie fortsetzt. Nur links ist die Einsenkung am Brustkorb 
etwas stark, wie dies eben durch die Stellung bedingt ist. Der Brust- 
korb sinkt wegen der Biegung der Wirbelsäule ein und gleitet an dem 
Hüftbein nach innen, während dieses in die Höhe getrieben wird. Da- 
durch markiert sich die ganze Hüftlinie starker und setzt sich deutlicher 
von dem Trochanter ab, als dies rechts der Fall ist. Bei der Weichen- 
linie muß also das Ende des Brustkorbes bemerkbar sein, oder es muß 
sich vielmehr in einer leichten Einsenkung ahnen lassen. In der Figur 227 
ist die Stelle deutlich zu erkennen, in den folgenden Figuren nicht mit 
gleicher Deutlichkeit. Die Figuren 228 und 236, namentlich die letztere 
ist lehrreich, weil die Weichenlinie und die darüberliegende durch das 
Brustkorbende bedingte Einsenkung als normal bezeichnet werden können 
und eine schöne Linie zeigen. Aber diese Linien sind nicht bei allen 
Ansichten des Körpers tadellos. Die Figuren 228 und 236 stammen von 
derselben reifen und voll entwickelten Jungfrau und sind durch Moment- 
aufnahmen gewonnen, allein die Ansicht von hinten (Fig. 237) ist von der 
Lendengegend an bis gegen die Mitte des Oberschenkels unschön. Das. 
Gesäß wirkt bei dieser Ansicht zu stark, während dies bei den Figuren 228 
und 236 durchaus nicht der Fall ist. Die Beckengegend ist zu stark 
gegenüber der Schulterbreite und die Arme sind etwas zu schwach. Dazu 
kommt, daß an dem Standbein links, durch den Zug des Lig. ileo-tibiale 
(Hüftschienbeinband) der Kontur der äußeren Schenkelflache nicht mehr 
gewölbt, wie an den Figuren 228 und 236, verlauft, sondern vertieft von 
dem Rollhügel zu dem Knie herabzieht. Obwohl hier offenbar ein nor- 
males Verhalten vorliegt, und zwar eines sonst gut geformten Körpers, 
sind diese Linien doch keineswegs schön, wenigstens unserem Auge so 
ungewohnt, daß ihre Wiedergabe Bedenken erregen würde. 
Alle die bisher geschilderten Formen betreffen die aufrechte Körper- 
haltung, wie diejenige der Figuren 228-236. Andere Stellungen rufen, 
wie bei dem Manne, auch neue Erscheinungen auf der Oberfläche des 
Körpers hervor. Beugen des Körpers nach vorn bedingt in den Bauch- 
decken oberhalb des "Nabels einen querverlaufenden Knick, wie an der
        

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