Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952310
Gliedmaßen. 
Muskeln der 
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Weidenstock zu. Einer seiner Gefährten stieß ihn an, das Messer fuhr in den Schenkel, 
schnitt die Schenkelschlagader durch, und bevor Hilfe kam, war er eine verblutete 
Leiche. Ein Fingerdruck auf den horizontalen Schambeinast hätte ihn gerettet. 
Am Unterschenkel ist schon während der Ruhe, aber noch mehr 
während der Bewegung eine dreiseitige prismatische Gestaltung unver- 
kennbar. In der Schienbeinkante treffen sich zwei Flachen, die äußere 
und innere; sie schließen sich durch die Flache der Wadenmuskeln. Die 
vordere Kante dieser prismatischen Säule ist als Schienbeinkante jedem 
bekannt. Hier sei unter Hinweis auf ihre besondere Beschreibung und 
Darstellung in der Knochenlehre nur folgendes bemerkt: ihr Anfang un- 
mittelbar unter dem Schienbeinstachel ist zwar durch den vorderen Schien- 
beinmuskel verdeckt, dafür springt aber dessen medialer Rand hervor. 
Dieser Rand und der übrige Teil der Schienbeinkante bedingen mit der 
Sehne des ebengenannten Muskels die S-förmige Biegung, welche an der 
Vorderfläche des Unterschenkels die geschwungene Linie hervorruft; unter 
dem Fettpolster der weiblichen Formen verschwindet sie freilich nahezu 
vollkommen. Die schmalste Stelle des Unterschenkels liegt unmittelbar 
über den Knöcheln, welche den Beginn des Fußes bezeichnen. 
Die 
Faseia 
lata, 
die 
des 
Muskelbinde 
Beines. 
Die Muskelbinde des Beines (Fascia lata) ist längs der ganzen 
Fläche des Oberschenkels stark entwickelt, oben an dem Hüftbeinkamm 
befestigt, vorn aber mit dem Leistenband verbunden. An der inneren 
Seite des Beines ist sie weniger stark, am Kniegelenk setzt sie sich teil- 
weise in die Kapsel fort und steht mit den Seitenbändern im Zusammen- 
hang. Das ist wichtig für den Einiiuß der Fascie auf die Streckung des 
Beines.  Der leichteren Übersicht wegen wird eine Muskelbinde des Ober-, 
des Unterschenkels und des Fußes unterschieden. Jede sendet Fort- 
setzungen zwischen die Muskeln, liefert dadurch einzelne Muskelscheiden, 
welche für den Verlauf und die Wirkung bestimmend wirken, giebt 
Muskelbündeln den Ursprung und nimmt den Ansatz von solchen in sich 
auf. Das ist besonders in großer Ausdehnung auf der äußeren Flache 
der Hüfte und des Oberschenkels der Fall. Muskelbündel und Fascie 
durchdringen sich an vielen Stellen auf das innigste, wodurch die Fascie 
bedeutend verstärkt und von einem ansehnlichen Einiiuß wird auf die 
äußeren Formen des Beines. Dieser Einfluß wird noch erhöht durch die 
Zwischenmuskelbänder (Ixigamenta intermwseularia), welche zwischen ein- 
zelnen Muskelgruppen bis tief auf die Knochen dringen und mit der Bein- 
haut verwachsen. Solche Stellen werden oft als Grenzen von Muskel- 
maSSßn VOI1 Bedeutung. Ähnlich wie an dem Arm, entstehen aus der 
Fascie Ringbander (Digamenta annularia), Kreuzbänder (Digamenta crueiata) 
und derbe Schichten, wie an dem Fußrücken und an der Fußsohle, unter
        

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