Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952170
Muskeln. 
Gliedmaßen. 
der 
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die vordere Längsreihe seiner Muskelbündel unbedeckt zum Vorschein 
kommt. Wie sein stärkerer Vormann wendet auch er sich an derselben 
Stelle auf den hinteren Rand des äußeren Knöchels, seine Sehne nimmt 
dieselbe Richtung, befestigt sich aber an dem rauhen Vorsprung des 
fünften Mittelfußknochens. Wirkung: derjenigen des langen Wadenbein- 
muskels ähnlich. 
Die eben geschilderten Muskeln brägen sich in sehr verschiedener Weise aus, 
je nach der Flöhe, in der wir sie untersuchen. Hebt ein kräftiger Mann den äußeren 
Fußrand, so hat man oben, in der Nähe des Kniees, von der freien Schienbeiniläche 
nach außen gehend, zuerst den spindelförmigen Muskelbauch des vorderen Schienbein- 
muskels, dann folgt ein, nur 1 cm breiter Strang, durch eine Furche von dem Nach- 
bar getrennt. Dieser Strang rührt von der schmalen vorderen Fläche des gemein- 
schaftlichen Zehenstreckers her. Unmittelbar daran erscheint der obere ileischige Teil 
des langen Wadenmuskels.  Von der Mitte des Unterschenkels bis zu dem Sprung- 
gelenk herab folgen sich, nach demselben Verfahren aufgezählt: 1) der schmale Teil 
des vorderen Schienbeinmuskels, 2) der jetzt breite Zehenstrecker, an dem sich bei 
Bewegung der Zehen schon das Spiel der einzelnen Fleischportionen und der dazu 
gehörigen Sehnenstränge erkennen läßt, 3) zwischen den beiden ebenerwähnten die 
Strecksehne der großen Zehe, 4) anstoßend an den langen Zehenstrecker die beiden 
Wadenbeinmuskeln als ein längsgeteilter Strang; die Sehne des langen Waden- 
beinmuskels liegt nämlich zwischen zwei Fleischwülsten, von denen der hintere dem 
langen, der vordere dem kurzen Wadenbeinmuskel angehört. Von Knochen wird 
unter der Haut die freie Schienbeinfiäche sichtbar, je nach der Stärke der Muskulatur 
vertieft liegend; von dem Wadenbein ist unmittelbar über dem äußeren Knöchel eine 
schmale Knochenfläche von 10 cm Länge sicht- und fühlbar, welche nach oben vor- 
schmälert zwischen dem langen Zehenstrecker und dem langen Wadenbeinmuskel 
frei wird. 
3) Die Muskeln an der hinteren Seite des Unterschenkels 
zerfallen durch ein, zwischen sie eingeschobenes starkes Blatt der Unter- 
schenkelfascie in eine hochliegende und eine tiefliegende Schichte. Die 
oberflächliche Schichte bildet den Bauch der Wade. 
Der Zwillingswadenmuskel (M. gemellus surae, Fig. 216 Nr. 9 u. 9' 
entspringt mit zwei Köpfen, welche aus der Tiefe der Kniekehle hervor- 
kommen, denn sie nehmen unmittelbar über den beiden Knorren des 
Oberschenkels ihren Anfang.  Daher rührt auch der die beiden Köpfe 
trennende Spalt, der jedoch bald verschwindet, weil sie rasch an Umfang 
zunehmen, um die bekannten Fleischmassen der Wade zu bilden. Der 
äußere Kopf ist schwacher und reicht nicht so weit herab wie der innere. 
Beide Köpfe sind an der freien Flache mit einer schimmernden Fort- 
setzung ihrer Ursprungssehne bedeckt, welche auf jedem Kopf facherartig 
nach unten an Umfang zunimmt (siehe auch die Fig. 209 u. 210). Die 
unter diesem Sehnenblatt hervorkommenden Muskelbündel sitzen durch 
einen halbmondförmigen, nach unten konvexen Fleischwulst auf der An- 
satzsehne auf. Es ist für die Form beachtenswert, daß die Ursprungs- 
sehne jene Bündel des Zwillingsmuskels unbedeckt laßt, welche aus der 
Tiefe der Kniekehle aufsteigen. Sie sind bei dem Zehenstand leicht
        

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