Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952102
432 
Abschnitt. 
Neunter 
schein und die Figur zeigt mehr von dem Rand, als sonst von vorn be- 
merkbar wird. 
In der Ruhe ist von einzelnen Reiterinuskeln nichts zu bemerken, 
sie erscheinen stets als eine Masse an der inneren Schenkelflache (Figg. 208 
und 213 Nr. 3). Bei forciertem Zuziehen ist dagegen leicht der schlanke 
Muskel und der lange Zuzieher zu erkennen. 
Da die Reitermuskeln die kräftige Annäherung der Beine, wie bei dem Schenkel- 
schluß des Reiters, vollziehen, so muß bei dem Studium ihrer Formen am Lebenden 
das Bein erst gespreizt und dann der Versuch gemacht werden, es wieder zu schließen, 
während gleichzeitig der innere Fußrand an dem Boden Widerstand ündet. Ebenso 
übersichtlich werden die Einzelnheiten, wenn man stehend das eine Bein über das 
andere schlägt, aber auf halbem Wege innehält. Denn dann entfalten die Reiter- 
rnuskeln gleichzeitig eine ihrer Nebenwirkungen, sie heben das Bein nach vorwärts 
und ziehen es dann über das andere hinüber. Diese Bewegung ist um so be- 
lehrender, sobald der Unterschenkel dabei in halber Beugung ist, denn dann springt 
gleichzeitig der Schneidermuskel hervor und trennt Strecker und Zuzieher. 
3) Die Muskeln an der hinteren Peripherie des Ober- 
sehenkels gehen sämtlich, drei an der Zahl, von dem hinteren Umfang 
des Sitzhöekers zu dem Unterschenkel, den sie beugen. Sie sind oben 
zu einem armsdicken Strang vereinigt, unten weichen sie auseinander, um 
die Seitenränder der Kniekehle zu bilden. Die Form der Beugergruppe 
am Lebenden ist in Figur 206 Nr. 11 und in Figur 211 dargestellt. 
Der halbsehnige Muskel (M. semitendinoszos, Figg. 204 Nr.5 u. 211). 
Seine Länge beträgt mehr als 40 Centimeter, wovon die Hälfte der Strang- 
förmigen Sehne angehört, die aus dem oberflächlich liegenden Muskel- 
hauch hervorgeht, daher kommt auch sein Name. Der Muskel entspringt 
mit einer kurzen Sehne und mit seinem Nachbar verwachsen von dem 
Sitzhöcker, steigt an der inneren Seite der Beugergruppe herab und- 
schickt seine Sehne hinter derjenigen des schlanken Muskels zur freien 
lifläche des Schienbeines. Die Sehne setzt sich, verweht mit den End- 
sehnen des schlanken und des Schneidermuskels unter dem inneren 
Knorren fest, wobei sie noch Sehnenbündel in die Fascie des Unter- 
schenkels abgiebt. Bei dem Beugen des Unterschenkels, also auch bei 
dem Aufstellen des Beines auf einen Stuhl, springt die Sehne am 
schärfsten hervor und bildet in einer Ausdehnung von 14 Centimeter den 
inneren Rand der Kniekehlen 
Gegenüber, auf der äußeren Seite liegt 
der zweiköpfige Schenkelmuskel (M. biaeps femoris, auch kurz 
Biceps genannt, Figg. 204 Nr. 17 und 211). An seinem Ursprung mit dem 
vorigen verwachsen, trennt sich die Fleischmasse des Biceps bald von 
derjenigen des Nachbars, nimmt schnell an Umfang zu und schwillt zu 
einem beträchtlichen Muskelbauch an, der im Herabsteigen von der 
rauben Linie neuen Zuwachs erhält durch den kurzen Kopf des Bicep s.
        

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