Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952052
Muskeln 
der Gliedmaßen. 
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Der innere Schenkelmuskel (M. vastus internem oder nzedialis, 
F ig. 207 Nr. 20' und Fig. 209 Nr.5) kommt von der inneren Lippe der 
rauben Linie und zieht um den inneren Umfang des Schenkelknochens 
gegen die Kniescheibe hin, an die er näher" heranrückt, als der äußere. 
Gleichzeitig nimmt sein Umfang nach unten mehr und mehr zu, was aber 
nicht auf einer Vermehrung seiner Muskelbündel beruht, sondern auf dem 
Dickerwerden des Knochens. Der Schneidermuskel verdeckt seinen 
Ursprung. 
Die Endsehnen aller vier Köpfe vereinigen sich an der Kniescheibe 
und umfassen ihre vordere Fläche, ihren oberen und seitlichen Rand. 
Von der Kniescheibe aus setzen sie sich fort, "um zum größten Teil an 
dem Schienbeinstachel ihren Ansatz zu finden (Fig. 207 Nr. 24). Bei den 
Zusammenziehungen dieses vierfachen Muskels folgt das Schienbein der 
Bewegung der Kniescheibe und der Unterschenkel wird gerade ausgestreckt. 
Das untere Ende des inneren Kopfes des Schenkelmuskelsweist bisweilen eine 
seichte Einschnürung auf, welche 4 Centimeter über seinem unteren Rand und parallel 
mit demselben von dem Schneideimuskel her gegen den" oberen Rand der Kniescheibe 
zieht. Sie zeigt sich nur bei forcierter Streckstellung und fehlt in der Ruhe. Ein 
starker Faserzug in der Schenkelfascie ist die Ursache.  Der innere Kopf läßt 
ferner bei forcierter Streckstellung deutlich zwei Flächen erkennen, eine mediale, 
die unter dem Schneidermuskel verschwindet, und jene, welche nach vorn gewendet 
in der Figur 207 Nr. 20 hauptsächlich sichtbar ist. Die Herkunft der medial gestellten 
Fläche erklärt sich aus der Untersuchung des Muskels. Die von der inneren Lippe 
der rauhen Linie entspringenden Fleischmassen sind nämlich von einer glänzenden 
Sehne bedeckt, Welche hinter dem Schneidermuskel aufsteigt und sich dann allmäh- 
lich verliert, wobei jedoch durch eine scharfe Grenzlinie der Beginn der vorderen 
von sehnenfreien Muskelbündeln gebildeten Portion bezeichnet wird. Diese Linie 
folgt ca. 2 Centimeter entfernt dem vorderen Rande des Schneidermuskels. 
Bei forcierten Bewegungen, u. a. auch bei der Sitzhocke, kommt es auf der 
äußeren Schenkelfläche zur Bildung einer Längsrinne, welche von dem großen 
-R0llhügel über mehr als die Hälfte des äußeren Schenkelmuskels herabläuft. Diese 
Furche rührt von derjenigen Sehne des großen Gesäßmuskels her, welche in die 
Schenkelsfascie übergeht 
2) Die Muskeln an der inneren Fläche des Oberschenkels 
erstrecken sich von der Schambeingegend zu dem Oberschenkelknochen 
und füllen den Raum, der an dem Skelet zwischen diesen Knochen- 
punkten übrig bleibt, so vollständig aus, daß bei geschlossenen Schenkeln 
keine Lücke bleibt. Diese Muskelgruppe vollzieht als Hauptwirkung den 
Schluß der Beine, das heißt, sie nähert die gespreizten Schenkel. Die 
Muskeln sind also auch imstande, das Festhalten an dem zwischen den 
Schenkeln befindlichen Pferdesattel zu unterstützen, und daher führen sie den 
Namen Zuzieher und "Reitermuskeln" (Fig. 207 Nr.20 u. 21 und Fig. 208). 
Der schlanke Muskel (M. graailis, Fig. 209, Nr. 18) ist der ober- 
ilachlichste und wie schon sein Name richtig andeutet, nicht dick, dafür 
aber lang. Er entspringt an der Schamfuge, dicht neben der Rute, läuft
        

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