Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1952016
Muskeln 
Gliedmaßen. 
der 
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hereinragen. Der Darmbeinmuskel ( M. iliacus) nimmt die schalenförmig ver- 
tiefte innere Fläche des Darmbeines ein, von der er entspringt. Gegen das Leistenband 
hin schieben sich seine Bündel mehr und mehr zusammen, legen sieh an diejenigen 
des Lendenmuskels, um mit ihm die Bauehhöhle zu verlassen (Fig. 207 Nr. 17) und, 
wie schon erwähnt, an dem kleinen Rollhügel sich zu befestigen. Beinheben ist ihre 
Hauptwirkung. Ist das Bein fixiert, so beugen sie den Rumpf in Verbindung mit 
den geraden Bauchmuskeln; überdies sind sie imstande, das Bein nach auswärts 
zu rollen. 
Die 
Muskeln 
des 
Ob erschenkels. 
Diese starken Muskeln umhüllen den Schenkelknochen oben voll- 
ständig; unten bekommen seine Knorren eine oberflächliche Lage und 
sind durch die Haut hindurch erkennbar. Die Muskeln dienen teils der 
Bewegung des Oberschenkels "und endigen also dann an ihm, teils er- 
strecken sie sich, über das Kniegelenk hinwegziehend, an den Unter- 
schenkel, um als Beuger und Strecker zu wirken. Die Muskeln lassen 
sich in drei Gruppen sondern: in eine vordere, hintere und innere oder 
mediale. 
1) Vordere Muskeln des Oberschenkels. Die innere Begrenzung 
dieser kraftvollen und umfangreichen Muskelmasse bildet der Schneider- 
muskel (M. sartorius, Fig. 207 Nr. 19, Fig. 209 Nr. 3). Ursprung: vom 
Darmbein dicht unter dem vorderen oberen Darmbeinstaehel. Während 
der Tensor fasciae sich schräg auswärts wendet (Fig. 207 Nr. 2), läuft der 
Schneidermuskel schräg über den vorderen Umfang des Schenkels nach 
unten an die Innenseite des Kniegelenkes und setzt sich mit einer platten 
Sehne am" oberen Ende der freiliegenden Schienbeinfläche an. Er hat 
eine Länge von mehr als 60 Oentimeter und eine Breite von 4 Centi- 
meter in der Strecklage. Wirkung: hilft bei der Beugung des Unter- 
SGlIGDkGlS. Sein Verlauf der deutlich erkennbar ist, sobald man bei ge- 
beugtem Unterschenkel (las Bein nach vorn hebt und etwas nach außen 
wendet, stellt zugleich die Grenzlinie dar zwischen den Streckern des 
Unterschenkels und den Zuziehern; die einen liegen nach außen von ihm, 
die anderen nach innen. Die tiefe Furche, welche an der vorderen Seite 
des Schenkels durch die vom Scham- und Sitzbein kommenden starken 
Zuzieher (Fig. 207 Nr. 18, 20 u. 21) entsteht, füllt der Sartorius teilweise aus. 
Die irrige Vorstellung, daß dieser lange dünne Muskel die schwere Last des 
einen Beines über das andere lege, wie die Schneider bei der Arbeit zu thun pflegen, 
verleitete einen alten Anatomen (SPIGELIUS) demselben den allgemein und aus- 
schließlich gebrauehten Namen Schneidermuskel beizulegen. 
Der vierköpfige Unterschenkelstrecker (Extensor cruris qua- 
drißßßs, Fig- 297 Nr. 4. 5 u. 20') hesteht aus vier großen, selbständigen Por- 
tionen, von denen jedoch nur drei nach Entfernung von Haut und 
Schenkelfascie sichtbar werden. Von diesen drei Köpfen läuft der gerade
        

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