Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951936
Muskeln der Gliedmaßen. 
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Bei der Untersuchung dieser Vene am Lebenden darf man nicht übersehen, 
daß hier nur von den Hauptbahnen die Rede ist, und daß nebenbei noch kleinere 
Zweigröhren, alle miteinander durch Seitenäste verbunden, an dem Daumenrand in 
die Höhe streben. Einige dieser Seitenströme sieht man unter der durchsichtigen 
Haut von der Hohlhandüäche des Daumenballens herkommen, verstärkt durch Zu- 
zug von dem Handteller aus. 
Es wurde schon oben erwähnt, daß die Natur sich nicht immer die- 
selben Röhren aus dem vorhandenen Netz aussucht, durch die sie haupt- 
sächlich das Blut nach oben leitet, sondern bald diese, bald jene bevor- 
zugt. Der individuellen Gestaltung ist auch darin ein weiter Spielraum 
gegeben. Ist doch oft die Form dieses Venennetzes bei einem und dem- 
selben Individuum verschiedenÄ 
An dem Arm unterscheidet man folgende Hautvenen: 
1) Die Vena cephalica führt das von dem Daumen und Zeigefinger 
kommende Blut an dem V0rder- und Oberarm in die Höhe, steigt am 
Seitenrand der Ellbeuge hinauf, erreicht die äußere Bicepsfurche und ge- 
langt so in den tiefen Spalt zwischen dem großen Brustmuskel und dem 
Deltamuskel, wo diese Vene Gelegenheit findet, sich in die große Achsel- 
vene zu entleeren. Auf dem Wege dorthin nimmt sie, namentlich in dem 
Bereich des Vorderarmes, zahlreiche kleinere und größere Stammchen auf. 
2) Die Vena basilica (ein deutscher Name fehlt für diese Vene, und 
bei dem Ausdruck innere Armvene liegt die Gefahr eines Mißver- 
standnisses allzu nahe) ist die Fortsetzung der Vena salvatella, welche 
von der Kleinfingerseite des Handrückens aufsteigt. An der Ellenseite 
erhält sie Äste von dem Rücken des Vorderarmes und erreicht, beträcht- 
lich an Umfang, die innere Bicepsfurche, in der sie vier lingerbreit über 
dem inneren Knorren die Fascie durchbricht, um in die tiefe Armvene 
einzumünden. Die "Vena basilica hat also einen weit kürzeren Verlauf 
als die Kopfvene, welche bis an das Schlüsselbein hinaufgelangt. 
Zwischen den beiden größeren Venenstammen des Vorderarmes ver- 
laufen noch kleinere Langsstammchen, welche sich bald in die Vena 
basilica, bald in die Cephalica ergießen, und zwar geschieht dies vorzugs- 
weise in der Nahe der Ellenbeuge unter doppelter Form: 
1) entweder zieht ein Verbindungsast schräg durch die Ellenbeuge 
von der Vena cephalica nach der Vena basilica hinüber. Dieser einfache 
und kurze Venenstamm wird Vena mediana genannt, oder 
2) eine lange Hautvene der inneren Vorderarmseite teilt sich etwas 
unterhalb der Ellenbeuge in zwei Zweige, deren einer zu "der Vena 
cephalica hinüberzieht, deren anderer in die Vena basilica mündet. 
Mit 4 Tafeln in 
neuesten Ergeb- 
1 BRAUN!) und Tnüßxenn, Die Venen der menschlichen Hand. 
photogr. Lichtdruck. Leipzig 1873. Imp. 4". Das Werk enthält die 
nisse anatomischer Forschung über dieses Kapitel.
        

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