Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951912
der Gliedmaßen. 
Muskeln 
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Die umfangreicher gewordenen Venenströme ziehen dann gegen den 
Knöchel fort, seitlich je einer oder zwei, also wechselnd an Zahl, sich 
teilend und wieder vereinigend, um gegen das Ende des obersten Finger- 
gliedes sich in einen Venenbogen der Finger (Arcus digvltalis venosus, 
Fig. 203 Nr. 2) zu ergießen. Dieser Venenbogen stellt ein Hauptstrom- 
gebiet des nach dem Vorderarm rücklaufenden Blutes dar; denn in diesen 
Bogen ergießen sich nicht nur die Venen des Fingerrückens, sondern 
münden auch stets jene Venenröhren, die von der Hohlhandfläche kommen, 
Zwischenknöchelvenen (Venae rintercapitularis, Fig. 203 Nr. 3) genannt. 
Aus all diesen Venenbahnen zusammengenommen entstehen endlich die 
Mittelhandvenen (Venae mettwarpeae, Fig. 203 Nr. 4), jene oberflächlichen 
dicken Vcnenstämme des Handrückens, welche vorzüglich zwei Haupt- 
richtungen nehmen: die eine nach der Kleintingerseite hin ist die 
Vena salvatella (Fig. 203 Nr. 4), die andere nach der Daumenseite zu, ist 
die Vene des Daumens (Vena cephalica polliais, Fig. 203 Nr.5). Mit 
dieser Schilderung ist nur die Hauptrichtung der Ströme auf dem Hand- 
rücken angedeutet, weil es sich um diese zunächst handelt. Für das 
Verständnis der zahlreichen Variationen ist folgendes zu beachten. 
An der Hand des Neugeborenen kommt von jedem Zwischenknochen- 
raum eine Mittelhandvene. Zu diesen vier Stämmen der Zwischenknochen- 
räume kommen noch zwei Randvenen von der Speichen- und Ellenseite 
der Hand. Von den letzteren, welche unbedeutend sind, wird hier nicht 
weiter die Rede sein, dagegen verdienen die ersteren eine eingehende 
Betrachtung. Diese vier Stämme sind zuerst von gleicher Stärke und 
laufen nebeneinander an dem Handrücken in die Höhe. Durch Ver- 
bindungsröhren sind sie ebenfalls schon von der allerfrühesten Zeit der 
Entstehung her miteinander in Zusammenhang. Der Handrücken ist also 
bedeckt von einem reichen Venennetz. Aber schon während der nächsten 
Jahre treten einige dieser Bahnen zurück, während andere sich vergrößern. 
Das Endresultat gleicht in der Regel der Figur 203. Die Hauptmasse 
des Blutes aus der Kleinfingerseite ergießt sich dann in ein weites Rohr, 
die Vena salvatella, Figur 203 Nr.4, das im Bogen über das Handgelenk 
zum Vorderarm zieht. Die anderen jetzt nahezu nutzlos gewordenen 
Venennetze sinken zu dünnen und unbedeutenden Röhren herab. Die 
Blutmenge, welche aus dem Daumen und dem Zeigefinger zurückkehrt, 
bildet einen besonderen Strom, die Vene des Daumens (Vena cephaliva 
Pollicvls, Fig. 203 Nr.5), die auf der Daumenseite der Hand in die Höhe 
strebt. 
Die Verschiedenheit der Richtung erscheint vollkommen zweckmäßig, wenn 
man erwägt, daB für die an der Daumenseite liegenden Veqenquellen der Weg bis 
zur Kleinüngerseite auf zu viele Widerstände stoßen und es deshalb geringere mecha- 
nische Schwierigkeiten verursachen würde, das Blut direkt über den Handrücken 
durch Röhren hinaufzuheben.
        

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