Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951898
Muskeln der Gliedmaßen. 
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1) Die Monatslinie (Linea mensalis), sie fangt in der Nähe des kleinen 
Fingers an, verläuft durch den Handteller mit oberer Konvexität und endigt zwischen 
Zeige- und Mittelfinger. Sie entspricht den Gelenken zwischen den Köpfchen der 
letzten drei Mittelhandknochen und den ersten Fingergliedern. 
2) Die Kopflinie (Linea cephalica) geht quer durch die Flachhand. Sie be- 
ginnt oberhalb des Zeigefingers, erreicht jedoch den Kleiniingerrand der Hand nicht 
immer. Nur an ihrem Ursprung liegt sie mit einem Gelenk, mit dem Mittelhandünger- 
gelenk, in gleicher Höhe, wie man bei der Beugung des Zeigefingers gut sehen kann. 
3) Die Lebenslinie (Lelnea vitalis) umgreift das Dickileich des Daumens und 
fallt mit der Ursprungsgrenze des Anziehers des Daumens zusammen. 
Die Oberhaut der Hohlhand zeichnet sich, wie an allen Beugeseiten der 
Gliedmaßen durch ihre Zartheit aus, besonders an geschonten Händen. Sie kann sich 
aber, wie die hornigen Fäuste gewisser Handwerker beweisen, bis auf zwei Linien 
verdicken. 
Die Gestalt der Hand richtet sich überhaupt viel nach ihrem Gebrauche, welcher 
an ihr, sowie an den Finger bleibende Spuren zuriickläßt. So wird die Hand breit, 
steif und zugleich schwielig bei allen schwer arbeitenden Handwerksleuten. Eine 
permanente Beugung der Finger findet sich infolge der Verhärtung des subkutanen 
Bindegewebes bei Holzhauern und Zimmerleuten. Die zerstochene Oberhaut am 
Daumen und Zeigefinger der linken Hand macht den Schneider kenntlich, und die 
schwielenartige Verdickung am ersten Glied des Zeigefingers und am Daumen zeichnet 
den Tischler und rührt vom Gebrauche des Hobels her. 
Über die Muskeln des Schultergiirtels siehe die schon in der Knochenlehre 
Seite 170 angeführten Autoren. 
Die 
Venen 
des 
Armes. 
Die hochliegenden oder Hautvenen (Venae subcutaneae) scheinen als 
blaue Stränge durch dieHaut des Armes hindurch. Diese Venen springen 
je nach der Blutfülle starker oder schwacher über die Fläche hervor. 
Sie liegen zwischen Haut und Fascie in der Fettschichte, und ihre Deut- 
lichkeit hängt also auch von dem Fettreichtum ab. Bei Kindern und 
fettleibigen Personen ist deshalb wenig von ihnen zu sehen, dagegen 
werden sie um so deutlicher, je geringer das Fettpolster wird. Die Venen 
hängen in ihren gröberen Verzweigungen vielfach untereinander zusammen 
und bilden auf diese Weise Venennetze. 
Neben den hochliegenden Venen giebt es auch tiefliegende Venen 
des Armes, welche sich genau an den Verlauf der Armschlagader halten, 
und zwar in der Weise, daß sie von zwei Venen begleitet wird. Auch 
diese bilden untereinander Netze und hängen durch Verbindungsäste mit 
den oberflächlichen Hautvenen zusammen. Das Blut kann demnach durch 
zwei verschiedene Bahnen nach dem Herzen zurückkehren, oder wenn 
innerhalb des oberiiachlichen Röhrensystems ein Hindernis für den Rück- 
iluß besteht, durch das tiefe seinen Weg nehmen oder umgekehrt. Von 
dieser Möglichkeit wird denn auch der ausgiebigste Gebrauch gemacht. 
S0 oft sich die Muskeln, sei es des Armes oder des Beines, zusammen-
        

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