Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951653
der 
Muskeln 
Gliedmaßen. 
387 
bandähnlichen Blätter der Fascienscheiden, welche bis auf den Knochen 
eindringen, werden als inneres und äußeres Zwischenmuskelband 
(Digamentum intermusculare intemum und extemum) bezeichnet. Sie dienen 
auch zum Ursprung einiger Muskelbündel. 
Vordere 
Muskeln 
des 
Oberarmes, 
Beuger, 
Flexoren. 
Der zweiköpfige Armmuskel (M. biceps brachii, auch kurz Biceps 
genannt, Fig. 186 Nr. 2) hat zwei Ursprungsköpfe. Der innere und kürzere 
kommt vom Hackenfortsatz am Schulterblatt, er ist anfangs noch mit 
seinem Nachbar, dem Hackenmuskel, verwachsen; der andere lange Kopf 
entspringt von dem oberen Rand der Gelenkpfanne. Die beiden Köpfe 
bilden einen länglichen Muskelbauch, der oberhalb der Ellenbeuge an Um- 
fang abnimmt und in eine rundliche Sehne übergeht, die sich an dem 
Höcker des Radius festsetzt (Fig. 189 Nr.  Vermöge des Ansatzes an 
dem beweglichen Radius kann der Muskel nicht allein den Arm beugen, 
sondern vermag auch als Auswartsdreher der Hand, als Supinator zu 
wirken (siehe S. 144). Von dem inneren Rand der Ansatzsehne geht, 
bevor sie in die Ellenbeuge tritt, ein breites Sehnenband ab, das in die 
Kategorie der sehnig "gewordenen Muskelabschnitte gehört. Dieser Fas- 
cikel (Laccrtus fzbrosus) wendet sich schräg nach innen (Fig. 190 Nr. 15), 
um die Fascie des Vorderarmes zu verstärken. Im Zustand der Zu- 
sammenziehung bildet der Biceps einen prallen Vorsprung, an dessen 
Rändern die Bicepsfurche herablauft. 
Während der Zusammenziehung lassen sich an dem Biceps einige bemerkens- 
werte Eigentümlichkeiten beobachten. Schon bei einem mäßigen Grad der Anstren- 
gung kann man die "Trennungslinie zwischen beiden Ursprungsköpfen deutlich er- 
kennen. Bei gesteigerter Anstrengung tritt im Bereich des kurzen Kopfes dort, wo 
er unter dem Pectoralis hervorkommt, eine Abplattung auf. Sie rührt davon her, 
daß die Sehne fächerförmig sich über den Muskelbauch fortsetzt. An dem unteren 
Ende des Muskels kehrt dieselbe Erscheinung wieder, weil die Sehne sich fächer- 
förmig auch von der Oberfläche des Muskels her entwickelt. 
Im Anfang einer starken "Beugung wird an der inneren Seite des Vorderarmes 
der fingerbreite Sehncnfascikel bemerkbar. Bei kräftig entwickelten Vorderarm- 
muskeln bringt er auf dem runden Pronator eine rinnenartige Vertiefung 
hervor. Sie ist um so tiefer, je kräftiger die Muskulatur und je stärker der Zug. 
Der Hackenmuskel (M. coraßolrraclzialis Fig. 190 Nr. 13) entspringt 
gemeinschaftlich mit dem kurzen Kopf des Biceps vom Hackenfortsatz, 
bildet einen schlanken, dem Biceps nach innen dicht angelagerten Bauch, 
der sich an dem inneren Rand des Oberarmknochens, in der Mitte der 
Lange desselben festsetzt. Wirkung: hilft den Arm heben, ist deshalb 
bei erhobenem Arm gespannt, und springt als schmaler Strang an 
dem oberen Ende der Bicepsfurche hervor (Fig. 194 Nr.3. Vergl. auch die 
Figg. 192 u. 193). Unter dem Biceps liegt: 
25""
        

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