Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951626
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Neunter Abschnitt. 
Die hintere Fläche des Schulterblattes giebt drei Muskeln den Ur- 
sprung, von denen zwei: der Untergrätengrubenmuskel und der große 
runde Armmuskel, auf die Formen von Einfluß sind. Die Muskeln sind 
stark und äußerst wirksam, jedoch in großer Ausdehnung, ja einer, der 
Obergrätengrubenmuskel, sogar ganz von Muskeln bedeckt. 
Der Obergrätengrubenmuskel (M. supraspinatus) entspringt in der 
Obergrätengrube, ist dieser Vertiefung entsprechend geformt und geht in eine rund- 
liche Sehne über, welche unter dem Akromion hinweg zum großen Höcker dicht am 
(Äielenkkopf des Oberarmes zieht. Dieser Muskel ist vom Trapezmuskel bedeckt, seine 
Anschwellung beim Aufheben des Armes wird also nicht direkt bemerkt werden 
können, sondern nur indirekt dadurch, daß sich der Tiapezmuskel etwas verdickt. 
Wirkung: Hebt den Arm und unterstützt die Wirkung des Deltamuskels. 
Der Untergratengrnbenmuskel (M. infraspinatus, Fig. 178 Nr. 19) 
füllt die Untergratengrube aus, doch bedeckt er nicht vollständig den 
unteren Winkel; der Muskel zieht schief nach aus- und aufwärts, um sich 
an dem großen Höcker des Oberarmknochens festzusetzen. Wirkung: 
rollt den Arm nach auswärts. 
Ein Vergleich der beiden Untergrätengrubenmuskeln rechts und links 
auf Figur 178 zeigt, daß bei aufgehobenem Arm ein größerer Teil sichtbar 
ist als bei gesenktem. Dies rührt davon her, daß die hintere Abteilung 
des Deltamuskels beim Aufheben des Armes sich verkürzt und höher 
hinaufrückt, beim herabhangenden Arm dagegen heruntergleitet und 
einen großen Teil des Üntergratengrubenmuskels wieder verdeckt 
Die systematische Anatomie unterscheidet an dem Untergrätengrubenmuskel 
einen rundlichen Strang als kleinen runden Armmuskel (Teres minor). An 
Figur 178 Nr. 20 ist dieser kleine Muskel zu erkennen. Er setzt sich an einer beson- 
deren Stelle des großen Oberarmhöckers fest. Nur bei sehr forcierten Anstrengungen 
wird er sichtbar, und es mag also diese vorübergehende Erwähnung genügen. 
Von 
der 
äußeren 
Fläche 
des 
unteren 
Sohulterblattwinkels 
und 
V01] 
einem 
Teil 
des 
äußeren 
Randes 
entspringt 
der 
Große runde Armmuskel (M. teres major, Fig. 178 Nr.1? u. 17' 
und Fig. 196 Nr. 3), ein im Verhältnis zu seiner Lange sehr dicker 
Muskelstrang, der zum Oberarm hinaufzieht und sich mit einer flachen 
breiten Sehne und in Verbindung mit dem breitesten Rückenmuskel an 
der Spma tubemuli mmom festsetzt. Der Ursprung des großen runden 
Armmuskels ist, wie der untere Schulterblattwinkel, von dem oberen Rand 
des breiten Rüokenmuskels bedeckt. Wirkung: Niederziehen und Ein- 
wärtsrollen des Armes. Folgendes Verhalten ist von großer Wichtigkeit 
für das Verständnis der Formen: der Untergrätengrubenmuskel zieht zum 
Oberarmkopf in die Höhe, der große runde Armmuskel nach unten an 
die Grenze zwischen dem ersten und zweiten Drittel des Oberarmknochens. 
Diese beiden Muskeln divergieren also von ihrem Ursprungspunkt aus. 
Dadurch muß notwendig ein gegen den Oberarm hin sich erweiternder
        

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