Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951609
382 
Abschnitt. 
Neunter 
Muskeln 
ihrer 
Arbeit 
unterstützen. 
Die 
vordere 
oder 
Schlüsselbein- 
portion kann den Arm nach vorn, die Akromialportion nach außen, die 
spinale Portion, welche von der Schultergrate kommt, den Arm nach 
hinten bewegen. Überdies kann der Deltamuskel den Arm rollen, denn 
wenn er durch die spinale Portion nach außen gerollt wurde, vermag ihn 
die claviculare nach innen zu führen. Es giebt also von der Ruhelage aus 
gar keine Bewegung, bei der sich nicht einzelne seiner Portionen be- 
teiligten. Allein er ist nicht im Stande, für sich allein die Erhebung des 
Armes auszuführen. Stets hat er Helfer (Synergisten) hierfür nötig. So 
spielt bei dem Erheben des Armes nach vorn bis zur Horizontalen neben 
dem Deltamuskel der untere Teil des Serratus die wichtigste Rolle, denn 
er hebt den Arm durch eine Drehung des Schulterblattes um 360 und 
bringt ihn gleichzeitig um 120 weiter nach innen, als dies die claviculare 
Portion des Deltamuskels zu thun vermag. Soll dabei der Arm so ge- 
richtet sein, daß der Daumen nach aufwärts, und der kleine Finger nach 
abwärts gerichtet ist, dann muß sogar die Schlüsselbeinportion des großen 
Brustmuskels ebenso wie die untere und mittlere Portion des Trapez- 
muskels mitwirken. Das Schlüsselbein dreht sich dabei gleichzeitig um 
60. Die Einzelnheiten lassen sich an dem Modell deutlich verfolgen, 
wozu auch die Entfernung des inneren Schulterblattrandes von der Rücken- 
linie gehört.  Bei dem seitlichen Abheben des Armes bis zu einem 
Winkel von 900 arbeitet vor allem der akromiale Teil des Deltamuskels 
in Verbindung mit der unteren Portion des Serratus und dem unteren 
Abschnitt des Trapezius. 
Bei dem Erheben des Armes nach vorn bis zu der Horizontalen (900) verkürzt 
sich nicht allein die Schlüsselbeinportion des Deltamuskels, wie oben angegeben 
wurde, sondern auch noch ein Teil der naheliegenden akromialen Portion; dabei 
dreht sich das Schulterblatt, wodurch der untere Winkel nach vorn-außen rückt.  
Wenn bei ruhigem Hang des Armes die Entfernung des unteren Schulterblattwinkels 
von den Wirbeldornen 8 cm beträgt, so steigert sich die Entfernung nach erfolgter 
Hebung auf 13-14 Centimeter.  Die maximale Erhebung (z 1800) wird vom Delta- 
muskel bis zu einer Höhe von 112" ausgeführt, wie dies schon früher in der Knochen- 
lehre erwähnt wurde. 
Von dem Brustmuskel ist der Deltamuskel durch eine tiefe Furche 
getrennt (Fig.165 Nr.2), die nach oben gegen das Schlüsselbein zu breiter 
wird. Obwohl sie am Lebenden von Fett erfüllt ist, ist doch eine leichte 
Vertiefung selbst bei wohlgenährten Individuen zu sehen, besonders noch 
deswegen, weil diese Furche mit der Krümmung des Schlüsselbeines nach 
hinten zusammenfallt (vergl. Fig. 156).  Diejenigen Bündel des Delta- 
muskels, welche von dem Anfang der Schultergräte kommen, entspringen 
langsehnig, eine Eigentümlichkeit, die sich dadurch markiert; daß der 
sonst gewulst-ete Rand des Deltamuskels kurz vor der Schultergräte auf- 
zuhören scheint (Figg. 184 u. 185). Die starke Wölbung der Schulter rührt 
nicht ausschließlich vom Deltamuskel her, auch der darunterliegende Ge-
        

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