Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951586
380 
Abschnitt. 
Neunter 
Händen thun sah, mit den Füßen zu machen, bildete sich im Violinspiel aus, und 
lernte außerdem noch Cornet a piston. Für die Vergleichung der oberen Gliedmaßen 
mit den unteren sind solche Menschen, deren Hände durch eine grausame Laune der 
Natur verkümmert sind oder gänzlich fehlen, von dem allerhöchsten Interesse. Denn 
erst unter solchen Umständen gelingt es, den durch unsere Kulturverhältnisse zu 
unnatürlieher Ruhe verdammten Apparat ausgebildet und wirksam zu sehen. Einen 
Bericht über den Beinkünstler Unthan siehe bei HANS Vmenow, Beiträge zur Kennt- 
nis der Bewegungen des Menschen. Sitzungsbericht der phys-med. Gesellschaft zu 
Würzburg 1883. 
Die 
Muskeln 
der 
oberen 
Gliedmaßen. 
Ein Teil der die oberen Gliedmaßen bewegenden Muskeln bedeckt 
die Brust- und Rückenfläche des Stammes, und wurde bei der Beschreibung 
jener Gegenden abgehandelt. Ein anderer Teil entspringt vom Schulter- 
gürtel und setzt sich zum Arm fort, es sind dies die Muskeln der 
Schulter. Zu dieser Gruppe gehören alle jene Muskeln, welche vom 
Schulterblatt und vom Schlüsselbein entspringen und sich zu dem Ober- 
arm begeben. Wieder andere Muskeln gehören dem freien Arm an, und 
man unterscheidet solche, welche am Oberarm, am Vorderarm und 
an der Hand ihre Lage haben. 
Die 
Muskeln 
der 
Schulter. 
Diese bedecken das Schultergelenk und das Schulterblatt derart, daß 
nur die Schultergräte mit dem Akromion von ihnen frei bleibt. Eine 
Fascie setzt sich von der Brust, wie von dem Rücken her auf die Schulter 
und ihre Muskeln fort und bildet eine Schichte, welche den ganzen Arm 
überzieht, an den Rändern des großen Brustmuskels und des breitesten 
Rückenmuskels in die Achselhöhle eintritt und dort einerseits mit der 
Haut, andererseits mit den Gefäßen und Nerven und Lymphdrüsen in 
Verbindung tritt. 
Der Deltamuskel (M. dcltoides, Fig. 186), bei kräftigen Männern 
herkulisch. geformt, entspringt vom unteren Rand der Schultergräte als 
scapulare, von dem äußeren Rand des Akromion als akromiale, und 
vom unteren Rand des Schlüsselbeines als elaviculare Portion, leicht 
unterscheidbar (Figg. 28 u. 156). Diese drei "verschiedenen Ursprungsmassen 
markieren sich so deutlich im ganzen Bau des Muskels, daß man sagen 
kann, er bestehe aus drei Abteilungen (auf den Figg. 183 u. 184 bei 
aufgehobenem Armen von hinten zu sehen). Starke Sehnenblätter gehen 
von der hinteren Ecke des Akromion und von der Stelle des Schulter- 
blatt-Schlüsselbeingelenkes in die Tiefe der Muskelmasse und bedingen 
einschneidende Furchen. Bei starken Männern treten schon bei mäßiger 
Anstrengung die starken, sich durcheinanderdrängenden Muskelbündel
        

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