Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951578
Neunter 
Abschnitt. 
Muskeln 
Gliedmaßen. 
der 
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nach abwärts geht, kraß gegen die durch das knöcherne Beckengeriist in 
ihrer Lage erhaltenen Hüften absetzt. 
Die Haut des Rückens ist bisweilen mit einem. starken Haarwuchs bedeckt, 
der besonders auf der Oberfläche der Schulterblätter beträchtlichen Umfang gewinnt. 
Allein es ist keine Stelle des Rückens vor übermäßigem Haarwuchs gänzlich sicher. 
Sind doch in der neuesten Zeit viele Fälle von ungewöhnlicher Behaarung in der 
Kreuzbeingegend sowohl aus unseren Breiten, als auch aus Griechenland bekannt 
geworden. Daß Fälle solcher Behaarung in der Phantasie der Alten sich zu Bildern 
geschwänzter Satyre gestalteten, ist naheliegend. 
Neunter 
Abschnitt. 
Muskeln 
der 
Gliedmaßen. 
Wie die oberen Gliedmaßen in dem Bau des Skeletes manche wich- 
tige Übereinstimmung mit den unteren aufweisen, so auch in der Musku- 
latur. Die Unterschiede der Funktion zwischen den Armen und Beinen 
sind zwar bei dem Menschen am höchsten entwickelt: der Arm ist aus- 
schließlich zu einem Greiforgan geworden und die ganze Muskulatur ist 
diesem Zweck angepaßt, das Bein dient dagegen lediglich der Fortbewegung 
als "Gehwerkzeug", wie der klassisch gewordene Ausdruck lautet, und ist 
deshalb sowohl in den Knochen wie in den Muskeln starker  dennoch 
erkennt man zwischen beiden Gliedmaßen einen tiefen Grad der Ver- 
wandtschaft, den auch die Beobachtung der bewegenden Krafte überall 
erkennen läßt. Dort wie hier finden sich Beuger und Strecker, Aufheber 
und ihre Antagonisten, und Muskeln, welche in Übereinstimmung mit der 
Konstruktion der Gelenke im Stande sind, als Rotatoren die Gliedmaßen 
zu drehen. Obwohl der Fuß eine große Verschiedenheit gegenüber der 
Hand besitzt, so sind doch viele Teile seines muskulösen Baues von be- 
merkenswerter Übereinstimmung. Die Zehenstrecker und die Zehenbeuger, 
die Muskeln für die große und für die kleine Zehe, endlich die Motoren 
für die Grundphalangen (die Zwischenknochenmuskeln) sind, was ihre 
anatomische Anordnung wie ihre physiologische Wirkung betrifft, so nahe 
verwandt mit den Beugern und Streckern der Finger, mit den bewegen- 
den Kräften des Daumens u. s. w., daß die Leistungen der "Fußkünstler" 
sich daraus begreifen lassen. 
Die Maler Krumm. und DUCORNET haben, weil ohne Arme geboren, den Pinsel 
mit den Zehen geführt. In der neuesten Zeit ist ein Fußkünstler bekannt geworden, 
den angeborener Mangel der Arme dazu veranlaßt hat, die Geschicklichkeit seiner 
Beine zu elltWißkßlIl- Er versuchte von selbst dasjenige, was er andere mit den
        

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