Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951568
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Achter Abschnitt. 
Muskeln 
des Rumpfes. 
Der breiteste Rückenmuskel zeigt den oberen Rand auf beiden 
Seiten, sowie den Verlauf gegen die Achselhöhle, wobei der Rand den 
Schulterblattwinkel bedeckt und dem großen runden Armmuskel entlang 
zieht. (Vergl. Fig. 185.) Der muskulöse Anfang des breitesten Rücken- 
muskels an der Lendenrückenfascie (vergl. die Figg. 75 u. 185) ist sicht- 
bar. Das große Rautenfeld der Rückenfascie selbst wird dadurch be- 
grenzt; es ist 20 Centimeter breit (am vierten Lendenwirbel), verjüngt sich 
gegen den zwölften Brustwirbel auf die Hälfte und verliert sich unter dem 
Trapezmuskel (vergl. Fig. 178). Zu beiden Seiten der Rückenlinie treten 
die langsverlaufenden Massen des gemeinschaftlichen Rückenstreckers 
durch das große Rautenfeld hervor (Fig. 185) und weiter nach links wird 
der Darmbeinursprung des breitesten Rückenmuskels deutlich und ein 
Stück des äußeren schiefen Bauchmuskels. Im Verlauf der Rückenlinie 
sind in der Lendengegend drei helle, rundliche Flecken zu bemerken: 
Befestigung der Haut und der Rüokenfascie an den Dornfortsätzen 
Lendenwirbel. 
die 
der 
Der gemeinschaftliche Rückenstrecker ist auch bei der Rumpfbeuge 
nach rückwärts beteiligt, welche in einer Fortsetzung der Streck- 
bewegung über die gerade Haltung des Körpers hinaus besteht. Deshalb 
bezeichnet man diese Art der Rumpfbeuge auch kurz als „Über- 
Streckung". Die Zusammenziehung der langen Muskelmasse zeigt sich 
als Verdickung bis zu dem Schulterblatt hinauf; allein das Bild des ver- 
dickten Muskels wird verschleiert durch die gleichzeitige Zusammen- 
schiebung der Haut, und in höheren Graden der Überstreckung durch 
die Entstehung von Hautfalten. Die Streckung der Wirbelsäule ruft be- 
kanntlich eine Mitbewegung in den Gliedmaßenmuskeln des Rückens nach 
sich; die Schulterblätter werden nach rückwärts gezogen und durch die 
Einwärtsbewegung der ganzen Wirbelsäule und das Dickerwerden des 
Rückenstreckers von der Thoraxfläche weggedrängt, so daß die Furche 
zwischen den Schulterblättern sich vertieft. 
Für die Schönheit des Rückens ist das Anliegen der Schulterblatter 
unerläßlich; abstehende Schulterblätter, wie sie namentlich bei schlaff 
herabhängenden Armen zu finden sind, machen eine haßliche Form. Bei 
Turnern, die sich übermäßig an Reck und Barren üben, werden die Glied- 
maßenmuskeln am Rücken zu gewaltig und verunstalten den Körper. 
Für die Schönheit des Rückens kommt auch die Gestalt des Brust- 
korbes in Betracht. Er muß gut entwickelt sein, damit er gleichsam ein 
Gegengewicht darstelle. Das Alles gilt vorzugsweise für den Rücken 
der Männer.  Der Rücken der Frauen wird durch den Schnürleib ver- 
unstaltet, sobald er zu früh getragen wird. Den verschnürten Körper 
erkennt man in seiner Rückenansicht leicht an dem Abfall, der sich in 
der unteren Thoraxgegend zu beiden Seiten der Wirbelsäule zeigt. Dadurch 
wird eine Verschmachtigung bewirkt, die sich dann, wenn man weiter
        

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