Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947904
20 
Erster Abschnitt. 
sind, fehlen nirgends, weil sie den Brustkorb aufbauen helfen, und als 
Träger des Brustbeines einen festen Halt besitzen. 
Es ist bemerkenswert, daß der Tod bei deutschen Malern erst um die Mitte des 
sechzehnten Jahrhunderts als völlig maceriertes Skelet (Fig. 1) in der bildenden Kunst 
erscheint. Das hängt offenbar mit dem Erwachen anatomischer Studien an der Leiche 
zusammen. In Italien ist dies in Übereinstimmung mit dem früheren Beginn dieser 
Studien auch früher der Fall. Vor dieser Zeit, bei dem Fehlen künstlich zusammen- 
gesetzter Skelete, hat auch der Tod ein anderes Aussehen. Er ist mumienhaft. Haut 
und Muskeln sind noch etwas vorhanden, aber eingetrocknet und braun geworden) 
so wie vielleicht der Verbrecher am Galgen oder auf dem Rad unter dem Einfluß 
der Sommerhitze schließlich aussah. Bei den Griechen und Römern hat dagegen das 
Skelet die scharfen und bestimmten Umrisse unserer Darstellungen aus dem neun- 
zelmten Jahrhundert (Fig. 1). 
Allgemeine 
Eigenschaften 
der 
Knochen. 
Die Knochen sind mit Ausnahme der Gelenkenden von einer derben 
Haut überzogen, welche unter dem Namen der Beinhaut bekannt ist. 
Sie vermittelt die Blutzufuhr, und wird so zur Ernährerin der unmittelbar 
unter ihr liegenden Knochenschichten, sie liefert das Material zum Wachs- 
tum in die Dicke. Unter ihrem Einfluß können also noch beim er- 
wachsenen Menschen neue Schichten entstehen. Sie vermittelt endlich 
die Verbindung der Sehnen mit den Knochen. Die Beinhaut wird durch 
die Fäulnis zerstört; sie fehlt also an den Skeleten und Knochen unserer 
Sammlungen. Wer nur trocken aufbewahrte Knochen kennt, vermag sich 
schwer eine Vorstellung zu machen, wie sich die Sehne mit der Beinhaut 
so innig verwebt, daß bei gewaltsamen Zerrungen eher der Muskel ent- 
zwei reißt, oder Knochensubstanz losgesprengt wird, ehe sich die Ver- 
bindung mit der Sehne löst. Man ist imstande, am macerierten Knochen 
die Stellen zu erkennen, wo starke Muskeln mit ihren Sehnen sich an 
die Knochenflächen befestigen: der Knochen ist rauh, höckerig. Kleine 
"Vorsprünge und dazwischen liegende Furchen oder Gruben vergrößern 
die Oberfläche, um der Anheftung mehr Raum und damit eine größere 
Festigkeit zu bieten. Solche Stellen haben sogar Namen erhalten. Die 
Tuberositas huanem" bezeichnet am Oberarmknochen ein ovales, rauhes Feld, 
den Ansatz des Deltamuskels. Aus ähnlichen Gründen kann eine Linie 
auf den Knochen durch den Ansatz oder den Ursprung eines Muskels ge- 
schrieben werden. Die sogenannte Schläfenlinie am Schädel, die selbst 
durch die Haut hindurch bemerkbar ist, und die in ihrem vorderen Ab- 
schnitt die Breite der Stirn abgrenzt, hängt mit dem Ursprung und der 
Stärke eines Kaumuskels zusammen. Aus dem letzteren Grunde sind die 
Schläfenlinien bei Männern in der Regel deutlicher ausgeprägt als bei 
Frauen und Kindern. Auf die äußere Fläche des Hüftknochens zeichnen 
Wie 
Totentanz. 
auf Honmaxrfs
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.