Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951492
Muskeln 
des Rumpfes. 
373 
Der obere schiefe Kopfmuskel (M. obliquus capitis superior) entspringt 
von dem Querfortsatz des Atlas, und endigt schräge nach oben laufend an der 
unteren Nackenlinie des Hinterhauptes nahe der Mittellinie. Auch er ist ein Strecker 
des Kopfes. 
Der untere schiefe Kopfmuskel (M. obliquus capitis inferdor) begiebt sich 
vom Dornfortsatz des zweiten Halswirbels nach oben zum Querfortsatz des Atlas. 
Dreht den Atlas, und somit auch den Kopf, welcher vom Atlas getragen wird. 
Die tiefe Schichte der Rückenmuskeln springt in der Lendengegend 
jederseits als praller Strang so stark hervor, daß die Dornfortsätze der 
Wirbel dadurch in eine vertiefte Linie versenkt erscheinen. (Vergl. die 
Fig. 178.) Bei der Rumpfbeuge wandelt sich die Mittelfurche des 
Rückens in einen Kamm um, dessen einzelne Zähne die im Relief vor- 
springenden Dornfortsätze bilden. Die Entfernung der Dornfortsätze der 
Lendenwirbel voneinander steigert sich dabei ganz besonders, ebenso 
rücken die Dornfortsätze der oberen zwei Brustwirbel und der unteren 
Halswirbel beträchtlich auseinander. Weniger auffallend ist die Erscheinung 
in dem übrigen Teil der Brustwirbelsäule wegen des dachziegelförmigen 
Übereinanderliegens der Dornfortsätze. Bei abgemagerten Menschen fehlt 
auch bei gestrecktem Rücken, wegen des Schwundes der Muskeln die 
Rinne, an deren Stelle vielmehr die Reihe der Dornfortsätze vorspringt. 
Auf der Kreuzbeiniläche kommen dann die rudimentären Dorn- und Quer- 
fortsätze zum Vorschein, und bei der gespannten Haut erscheint auch die 
Grenze zwischen Wirbelsäule und Kreuzbein in Form eines leicht ein- 
springenden Winkels.  Die prallen Stränge des gemeinschaftlichen 
Rückenstreckers werden, auf dem Weg gegen den Kopf hinauf dünner, 
wegen der Abgabe zahlreicher Insertionen an die Dorn- und Querfortsätze 
der Wirbel. Die Abnahme ihres Umfanges ist jedoch nicht so bedeutend, 
daß sie sich nicht doch durch die Fleischschichte des Trapezmuskels hin- 
durch erkennen ließen. Das Studium der Natur ist hier vor allem lehr- 
reich; als Vorbereitung hierfür mögen die Figuren 178 und 181 dienen. 
MwHELANeELds Skizze ist dabei wertvoll, weil die einzelnen Formen wie 
mit Frakturschrift geschrieben sind. Figur 181 Nr. 3 zeigt den Muskel- 
bauch des gemeinschaftlichen Rückenstreckers mit fester Linie an, und 
ebenso seinen Verlauf nach aufwärts, der trotz des Trapezmuskels, bei 
Nr. 1', dennoch erkennbar bleibt. 
Die aufgeführten Rückenmuskeln stellen sich am lebenden Manne in 
folgender Weise dar. Auch bei der ruhigen Haltung, welche in den 
Figuren 29 und 183 wiedergegeben ist, zeigt der Trapezius die Sehnen- 
raute im Bereich des siebenten Halswirbels; links ist der Muskelistärker 
zusammengezogen, weil sich die Hand in die Seite stemmt, und zu diesem 
Zweck sich das Schulterblatt der Wirbelsäule nähert. Der Muskel hat 
die Form eines länglichen Wulstes. Dicht bei dem Zeichen 1- und zwar 
links davon ist das Schulterblattgrübchen, bedingt durch die Ansatzsehne
        

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