Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951481
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Abschnitt. 
Achter 
dann erscheinen Fleischbündel, die von Wirbeldornen entspringen, und an solche sich 
inserieren, mit Überspringen mindestens eines Wirbels. Solche Bündel bilden einen 
zur Seite der Dornfortsätze verlaufenden Muskelbaueh, aus welchem nach und nach 
die Ansatzbiindel sich ablösen. Am Brustteile der Wirbelsäule entsteht so der 
Dornmuskel des Rückens (M. spinalds dorsi). Eine ganz ähnliche Anord- 
nung von Fleischbündeln kommt nach Ursprung und Verlauf an den Dornen der 
obersten Brustwirbel und der Halswirbel vor. Die betreffende Reihe von Fleisch- 
bündeln heißt: Dornmuskel des Nackens (M. spinalis aervicis). 
Während diese Muskeln von Wirbeldornen zu Wirbeldornen ziehen, verlaufen 
andere von den Querfortsätzen entspringend zu den Wirbeldornen. Diese Muskeln 
ziehen der ganzen Wirbelsäule entlang. Man unterscheidet einen Halb dorn- 
muskel des Rückens (111. semispinalis dorsi) und einen Halbdornmuskel des 
Nackens (M. senzispinalis cervicis). Der letztere setzt sich bis zu dem Hinter- 
haupt fort, und befestigt sich dort unterhalbder Nackenlinie. Dieser letzte dicht am 
Schädel liegende Abschnitt ist durch eine Sehneninskription ausgezeichnet, welche 
mit den Inskriptionen des geraden Bauchmuskels viele Ähnlichkeit hat. 
Den Nachtrab dieses zahlreichen Heeres von langen Rückenmuskeln bilden die 
kurzen. Sie liegen unmittelbar auf den Wirbeln, und bilden kurze, Heisehig sehnige 
Muskelkörper, welche entweder zwischen je zwei Wirbeln sich wiederholen, oder 
einen Wirbel überspringen. Sie ziehen wie die vorerwähnten von den Querfortsätzen 
zu den Dornfortsätzen. 
Der vielgeteilte Rückenmuskel (M. multifidus spinae) besteht in einer 
Reihenfolge vieler kurzer und schiefer Muskelbündel, welche von den Gelenk- und 
Querfortsätzen unterer Wirbel zu den Dornfortsätzen oberer Wirbel hinziehen. Die 
letzte Schichte von Muskelbündeln hat einen fast queren Verlauf. Sie ziehen von 
ihren Ursprungspunkten, vom oberen Rand der Querfortsätze zur Basis der höher 
gelegenen Dornfortsätze, und werden als Drehmuskeln (Rotatores) bezeichnet. 
Je mehr die Richtung eines Bündels sich der queren nähert, desto leichter wird 
seine Zusammenziehung eine Drehung des darüber liegenden Wirbels auf dem 
darunter-liegenden bewirken. Abgesehen von einigen unbedeutenden Muskeln ver- 
dienen noch Erwähnung: 
Die 
Muskeln 
zwischen 
Hinterhaupt 
und 
den 
ersten 
Halswirbeln. 
Eine Gruppe kleiner, aber im Verhältnis zu ihrer geringen Länge 
starker Muskeln lagert in der Tiefe des Nackens, und erstreckt sich von 
den beiden ersten Halswirbeln zum Hinterhaupt. Für die Bewegung des 
Kopfes auf den beiden ersten Halswirbeln ist nämlich eine eigene Musku- 
latur notwendig, weil nur sehr wenige der Rückenmuskeln für die Be- 
wegung des Kopfes direkt verwendbar sind. 
Der große gerade Kopfmuskel (M. rectus capitis major), fünf Centimeter 
lang, entspringt vom Dorn des zweiten Halswirbels, überschreitet den Bogen des 
Atlas, wird im Aufsteigen breiter, und setzt sich an der unteren Naekenlinie fest, 
Wirkt beim Strecken des Kopfes. 
Der kleine gerade Kopfmuskel (M. recms capizf-is wmzor) geht von dem 
hinteren Umfang des Atlas zu derselben Ansatzstelle wie der große, er unterstützt 
ihn auch in seiner WVirkung. 
Der seitliche gerade Kopfmuskel (M. reetus capitis lateralis) entspringt 
von dem Querfortsatz des Atlas, und läuft gerade empor zum Hinterhauptsbein.
        

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