Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951461
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Achter 
Abschnitt. 
sprung, als in seinem Verlauf eine Längsspaltung. Die beschreibende 
Anatomie belegt die beiden Teilstüeke mit verschiedenen Namen. Die 
seitlich liegende Muskelportion heißt der Darmbein-Rippenmuskel, 
die am nächsten der Mittellinie liegende Portion der längste Rücken- 
muskel. Diese beiden Abteilungen haben, wie die Erfahrung lehrt, keine 
vollkommen übereinstimmende Wirkungsart, das geht sowohl aus ihrem 
Verlauf als aus ihrem Verhalten bei der Bewegung des Rumpfes hervor. 
Bei dem ruhigen Vorwärtsschreiten ziehen sie sich nicht gleichmäßig zu- 
sammen, sondern abwechselnd, und so kommt es, daß diese beiden Haupt- 
abteilungen ebenso durch die Haut des Lebenden hindurch erkennbar 
sind, wie sie sich an der Leiche mit dem Messer nachweisen lassen. In 
Figur 178 bezeichnet Nr. 11 den Darmbein-Rippenmuskel, und Nr. 12 den 
längsten Rückenmuskel. 
Der Darmbein-Rippenmuskel (M. ileo-costalis, Fig. 182 Nr. 4-5) besteht aus 
derjenigen Portion des gemeinschaftlichen Rückenstreckers, welche vom hinteren Teile 
des Darmbeinkammes entspringt, und sich längs der Rippen aufwärts bis zu dem 
unteren Teil der Halswirbelsäule erstreckt. Die an den untersten Rippen befestigten 
Zacken sind breit und fleischig, die oberen "werden nach und nach dünner und setzen 
sich mit deutlichen, glänzenden Sehnen an den Rippenwinkeln und an den Spitzen 
der Querfortsätze fest, hören jedoch am dritten, bisweilen schon am vierten Hals- 
wirbel auf. Der Muskel würde trotz seiner anfänglichen Stärke nicht ausreichen, um 
allen Rippen und allen Querfortsätzen, an denen er vorbeizieht, eine Zacke, im Ganzen 
mehr als 30 Fleischbündel abzugeben. Dies wird nur dadurch möglich, daß neue 
Ursprünge, sog. aecessorische Bündel, von den fünf bis sieben unteren Rippen hinzu- 
kommen, und den Verlust von der inneren Seite her teilweise wieder ausgleichen, der 
durch Abgabe der Bündel an der äußeren Seite erfolgt. Dennoch erschöpft sich nach 
und nach die Fleischmasse, und am dritten, oft schon am vierten Halswirbel findet 
der Muskel sein Ende. 
Der längste Rüekenmuskel (M. longissimusßlorsi in Fig. 178 bei Nr. 12 
durch die Sehne des breitesten Rückenmuskels hindurch erkennbar und Fig. 182 
Nr. 1-3) hat einen ähnlichen Bau, wie der mit ihm durch Ursprung und Verlauf ver- 
wandte Nachbar. Der Fleischbauch des längsten Rüekenmuskels wird hauptsächlich 
durch die vom Kreuzbein kommende Fleischmasse vorgestellt. Dazu kommen starke, 
von den Dornfortsätzen der Lendenwirbcl kommende Ursprungssehnen. Am Lenden- 
und Brustteil des Rückens besitzt der Muskel doppelte Ansätze, solche die an die 
Querfortsätze, und andere, welche an die Rippen treten. Er gelangt bis zu dem 
zweiten Halswirbel und bis zu dem Warzenfortsatz des Schädels in die Höhe, aber 
nur dadurch, daß auch ihm accessorische Fleischbündel zugeführt werden, welche 
mit langen Sehnen von den Querfortsätzen der Wirbel herkommen.  
Zu dem System des gemeinschaftlichen Rückenstreckers gehört noch 
eine Reihe. von Muskeln, die kurz genannt werden sollen; 
Der Bauschmuskel (M. splenius) bildet eine der oberen Bi-ustregion und dem 
Nacken zukommende Muskelschichte, von dem Trapezmuskel, dem rautenförmigen 
Muskel, und dem hinteren oberen Sägemuskel bedeckt. Der Bauschmuskel entspringt 
von den Dornfortsätzen der oberen sechs Brustwirbel und der anstoßendend-Ialswirbel; 
der platte Muskelbauch steigt schräg nach aufwärts und spaltet sich in zwei Portionen, 
von denen die eine sich an das Hinterhauptsbein befestigt und zwar an der oberen 
Nackenlinie gegen das Ohr zu. während die andere an dem hinteren Rande des
        

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