Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951456
Muskeln 
Rumpfes. 
des 
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Rippen zu befestigen. Wirkung: Zieht die vier letzten Rippen herab. Diese beiden 
Muskeln sind wegen ihrer mangelhaften Entwickelung von geringem Einfluß auf die 
Formen des Rückens. Es ist festgestellt, daß sie bei dem Menschen verkümmertu 
und getrennte Reste einer bei den Nagern (Kaninchen) noch in voller Ausdehnung 
erhaltenen Muskellage darstellen. 
Die folgende Muskelschichte erstreckt sich von dem Kreuzbein bis 
zum Schädel. 
Nach Ursprung und Ansatz, sowie auch nach Verlauf der Bündel 
lassen sich mehrere übereinander liegende Abschnitte unterscheiden, von 
denen sogar einzelne zu selbständigen Muskeln werden und verschiedene 
Wirkung ausüben. Wo wir dieser Muskelmasse begegnen, sei es im 
Lenden-, Rücken- oder Halsteil, überall sind aber ihre Bündel dennoch 
Teile eines und desselben Systemes, das der leichteren Übersicht 
halber in einzelne Muskeln zerlegt wird. Wir werden sie nach ihrem 
Werte für die Plastik der Reihe nach aufführen. Diese Reihe entspricht, 
der Hauptsache nach, auch der anatomischen Gliederung. 
Der gemeinschaftliche Rückenstrecker (M. extensor dorsi com- 
mums, Fig. 182 Nr. 1-6) entspringt von der hinteren Fläche des Kreuz- 
beines (bei Nr. 1), von den Dornfortsätzen der Lendenwirbel (bei Nr. 2) und 
dem hintersten Teile des Hüftbeines (bei Nr. 3). Dieser Ursprung ist in 
der Tiefe fleischig, aber an der Oberfläche von einer starken Sehne be- 
deckt, die sich kopfwarts bis zu dem zehnten Brustwirbel allmählich ver- 
jüngt, während seitlich der Muskelbauch (bei Nr. 4), von keiner Sehne 
eingeengt, voll bemerkbar wird. An der Figur 182 ist auf der linken 
Seite der gemeinschaftliche Rückenstrecker so dargestellt, wie er nach 
Wegnahme der Haut und der ihn bedeckenden Muskelschichten bei einem 
Fechter in der Stellung des borghesischen zum Vorschein kommen 
würde, rechts sind die Konturen der Muskeln angegeben, welche durch 
die Haut hindurch erkennbar sind, und zwar bei Nr. IV der ebenerwähnte 
sehnenfreie Muskelbauch des Rückenstreckers, bei Nr. 111 eine äußere 
Portion, bei Nr. II eine innere Portion seines Ursprunges an dem hinteren 
Ende der Rippen (Fig. 182 Nr. ö) und an der hinteren Flache der Quer- 
fortsätze der Wirbel. Wirkung: streckt den gekrümmten Rücken und, 
auf einer Seite wirkend, biegt dieser Muskel die Wirbelsäule nach der 
Seite (Rumpfbeuge nach rechts oder links). In der auf der Figur 182 
abgebildeten Stellung des Körpers verhindert der Muskel durch seinen 
Zug, daß der Rumpf noch mehr nach vorn sinke. Durch den Muskel- 
bauch des Rückenstreckers (Fig. 182 Nr. 4 u. IV) entsteht in der oben- 
erwähnten Sehnenraute des breitesten Rückenmuskels eine kleinere Raute, 
welche nach oben zugespitzt nur bis zum -2. Lendenwirbel reicht. Am 
deutlichsten ist diese kleine Raute von MICHELANGELO wiedergegeben 
werden (Eig. 181 Nr. 4). Sie ist ferner zu erkennen Figur 63 S. 107 links. 
Der gemeinschaftliche Rückenstrecker zeigt sowohl an seinem Ur- 
KOLLMANN, Plastische Anatomie. 11. Auß. 24
        

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