Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951333
Muskeln 
Rumpfes. 
des 
357 
ruhigen Figuren der spät griechischen und römischen Epoche zeigt 
schon eine sehr schematische Behandlung dieser Muskelpartien. 
sich 
Die Bauchmuskeln unterstützen u. a. auch in sehr kräftiger Weise die Drehung 
des Rumpfes, sobald sie nicht gleichzeitig wirken,_ sondern nur die Muskeln der 
einen Seite in Thätigkeit sind, während die der anderen in der Ruhe verharren. Sie 
unterstützen unter solchen Umständen jene an der Wirbelsäule angebrachten Kräfte, 
wodurch nicht allein von der Seite, sondern auch vom Rücken her die Bewegung 
vollzogen wird. Liegt man auf dem Rücken und sucht sich mit dem Oberkörper 
ohne Hilfe der Hände nach irgend einer der Seiten hiniiberzuwenden, so zeigen die 
schiefen Bauchmuskeln der entgegengesetzten Seite die Einzelheiten ihrer Formen 
auf das vollkommenste. Bei demselben Versuch läßt sich auch leicht erkennen, 
welchen Anteil die einzelnen Bauchmuskeln während dieser Bewegung haben. Die 
obersten Zacken des äußeren schiefen Bauchmuskels, deren wir sonst so selten an- 
Lx  
 
Wölbung des  i. l 
leibes j  
f ,   Vord. ob. Darmbein- 
' t hl S  a 
Seitenlinie unterbroch.      S a0 e ( pm ) 
Untere Bauchhnieh       Leistenlinie 
     Schamberg 
Lelstenhnie und      
Sehenkelbeuge ver- 
einigt 
Fig. 177. Rumpfende eines stehenden Mädchens, an eine Säule gelehnt. Nach einer 
Photographie von A. CALAVAS. Das rechte Bein Standbein, das linke etwas gekreuzt. 
Rechts sind Leisten- und Schenkelbeuge vereinigt, links getrennt, weil dort Spielbein. 
sichtig werden, treten deutlich hervor, so daß seine ganze Anatomie am Lebenden 
verständlich wird. 
Bei den Mädchen und Frauen sind aus dem schon auf Seite 352 angeführten 
Grunde sowohl die Linien am Becken als an der Bauchwand verschieden von der- 
jenigen des Mannes. Von der weißen Bauchlinie ist oher- und unterhalb des Nabels 
etwas zu bemerken.  Die äußere Grenze der geraden Bauchmuskeln ist sehr schwach, 
dagegen die Bauchlinie als Grenze des Unterleibes und des Schamberges deutlich. Die 
Leistenlinie ist rechts nur oben an der Spina ausgeprägt, dann unterbrochen, am 
linken Bein ist sie in der Mitte ihres Verlaufes nur eine kurze "Strecke bemerkbar. 
Es fehlt wenig, und die Leistenlinie wäre wie rechts mit der Schenkelbeuge vereinigt 
worden. Der Unterschied zwischen Links und Rechts rührt von der verschiedenen 
Spannung der Haut her, welche an dem Standbein links stärker ist als an dem Spiel- 
bein rechts. Die Schenkelbeuge bildet mit der Bauchlinie die sichersten Grenzen 
bei dem Weiblichen Geschlecht in dieser Region; sie grenzen den Schamberg ab. 
Durch die Schenkelbeuge wird die Grenze des Oberschenkels nach innen zu besonders 
deutlich. Das Auge ergänzt die übrige Strecke bis zur Spina hin, freilich ist stets
        

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