Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947889
Erster Abschnitt. 
Vviderstandsfähige des menschlichen Körpers, die Knochen an sich, er- 
läutert werden, muß gleichzeitig das Augenmerk doch auch den Gelenken, 
und der durch sie vermittelten Beweglichkeit des Skeletes zugewendet 
sein. Wie es die Natur vermochte an der menschlichen Gestalt Festig- 
keit und doch gleichzeitig einen, außerordentlichen Grad von Beweglich- 
keit zu erzielen, so muß auch die Erläuterung dahin zielen, den Einblick 
in diese doppelte Leistung des ganzen Apparates zu vermitteln. 
Es umfaßt also der folgende Abschnitt nicht allein die Knochen- 
lehre, Osteologie, sondern auch die Lehre von den Gelenken, Ar- 
thrologie. Die letztere enthält die Beschreibung, in welcher Weise sich 
die Knochenenden verschieben, sich bewegen. Die Mechanik der Ge- 
lenke wird den Schlüssel bieten, die Formveränderungen des lebenden 
Körpers auf bestimmte Regeln zurückzuführen. Aber auch dort, wo zur 
Sicherung tiefliegender Organe die Beweglichkeit auf ein sehr geringes 
Maß zurückgeführt ist, oder wie an dem Schädel nahezu vollständig fehlt, 
hilft die Kenntnis der zusammensetzenden Teile die Gestalten und ihre 
Mannigfaltigkeit begreifen. 
Für die Zwecke des Künstlers wird das Skelet am besten in vier 
Hauptabteilungen zerlegt, welche den bekannten Gliederungen des Körpers 
entsprechen, nämlich in 
1. das Skelet des Kopfes (Caput),  
2. „ „ des Stammes (Trunmls), 
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Der Beschreibung dieser Teile liegt das natürliche Skelet (Skeleton 
natwale) zu Grunde, wohl zu unterscheiden von dem künstlichen (Sceletoiz 
artificiale), dessen Knochen nicht durch natürliche Bänder, sondern durch 
beliebig gewählte Ersatzmittel, wie Draht, Leder oder Kautschukstreifen 
miteinander verbunden sind. Die getrockneten Knochen lassen nichts 
mehr erkennen von den überraschenden Einrichtungen für den schnellen 
und sichern Gang der Gelenke. Der glatte Knorpel ist bis zur Un- 
kenntlichkeit verschrumpft oder durch die Fäulnis, welche die Weichteile 
bis auf die letzten Spuren entfernte, völlig beseitigt. Dieser bläulich- 
weiße Überzug, der durch die sog. Gelenkschmiere so schlüpfrig erhalten 
wird, daß ohne den mindesten Kraftverlust und lautlos sich die Lage 
der Teile ändern kann, läßt sich ebenso, wie die Gestalt und die An- 
ordnung der Bänder nur an der Leiche beobachten oder an den in 
Weingeist aufbewahrten Präparaten anatomischer Museen. Dasselbe gilt 
von jenen Knochenverbindungen, welche, wie die einzelnen Wirbel, durch 
breite Bandmassen zusammenhängen, und die man im gewöhnlichen Leben 
nicht als Gelenke zu bezeichnen pflegt, iobwohl sie nichts weniger als 
unbeweglich sind. 
Das Knochenmaterial, das dem Künstler in der Regel zur Verfügung
        

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