Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951160
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Achter Abschnitt. 
werden kann. Auf der Brust des borghesischen Fechters ist in 
Figur 168 der Muskel so dargestellt, wie er nach Abnahme der be- 
deckenden Schichten und nach Durchschneidung des Schlüsselbeines an 
einer in ähnlicher Stellung befindlichen Leiche zum Vorschein kommen 
würde.  Die Zacken werden von oben nach unten gezahlt. Die erste 
Zacke entspringt von der ersten Rippe, die zweite Zacke von der zweiten 
und einem zwischen der ersten und zweiten Rippe ausgespannten Sehnen- 
bogen. Die dritte Zacke entspringt ebenfalls von der zweiten Rippe; 
diese drei Zacken bilden die obere Portion des Muskels (Fig. 168 Nr. 1). 
Die vierte Zacke kommt von der dritten Rippe und so fort, bis die neunte 
Zacke (Fig. 168 Nr. 2') die achte Rippe erreicht hat. Für das Verständnis 
der Formen des Muskels verdienen folgende Punkte besondere Beachtung: 
1) Von der sechsten Rippe an nehmen die Zacken mehr und mehr 
an Umfang ab. Die von der sechsten Rippe kommende Zacke ist nach der 
ebenerwähnten Zahlungsart die siebente in der Reihe; unter ihr liegen also 
noch zwei; die neunte Zacke ist unter allen sichtbaren Zacken die kleinste. 
2) Die Zacken liegen nicht in einer geraden, sondern in einer Bogen- 
linie. Die siebente Zacke ragt am weitesten nach vorn, die achte und 
neunte ist schon ganz an die Seitenlinie des Brustkorbes gerückt. An 
der Figur 164 S. 330 sind die unteren Zacken des Sägemuskels in ihrem Ver- 
halten zu dem seitlichen Rand des Brustmuskels und dem vorderen Rande 
des breitesten Rückenmuskels erkennbar; durch die Linien der Nr. 11 ist 
die siebente, achte und neunte Zacke kennbar gemacht, die sechste Zacke 
ist zur Hälfte von dem großen Brustmuskel bedeckt. 
3) Die drei unteren Zacken, die siebente, achte und neunte, liegen 
an dem Thorax tiefer als der untere Schulterblattwinkel hinabreicht 
(Figg. 169 und 170). Nachdem sie sich dicht zusammengedrängt an 
dem unteren Schulterblattwinkel festsetzen, müssen sie, um dorthin zu 
gelangen, in die Höhe steigen. Obwohl sie auf dem Wege dorthin von 
dem breitesten Rückenmuskel bedeckt werden, so ist doch der ganze 
Verlauf gegen den unteren Schulterblattwinkel als eine ansehnliche 
Fläche zu erkennen, welche den breitesten Rückenmuskel herausdrangt 
(Figg. 169 und 170). Die nämlichen Einzelnheiten sind klar zu sehen bei 
dem borghesischen Fechter, dem Laokoon u. a. m. 
4) Bei aufgehobenem Arm ist ein größerer Umfang des Sagemuskels 
sichtbar, als bei dem an der Seite des Körpers herabhängenden Arm. 
In dem ersteren Falle steigt der seitliche Rand des Brustmuskels, wie 
überhaupt der ganze Muskel in die Höhe, der vordere Rand des brei- 
testen Rückenmuskels wird bei dem Erheben des Armes gleichfalls dünn 
und weicht zurück, und dadurch wird die sechste Zacke, die sonst nur 
halb sichtbar ist, in ihrem ganzen vorderen Umfange frei, und ebenso ist 
eine größere Strecke der letzten (neunten) Zacke bemerkbar (Fig.  
5) Der Ansatz der fleischreichen unteren Zacken zeigt am Lebenden
        

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