Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951152
Muskeln 
Rumpfes. 
des 
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Fasern an dieser einzigen Stelle, um gleichzeitig in die Ansatzsehne über- 
zugehen. 
Der seitliche zur Achselhöhle aufsteigende Muskelrand ist nicht ge- 
rade, sondern leicht gebogen, denn die von dem Brustbeinende, von dem 
sechsten Rippenknorpel und der Aponeurose des äußeren schiefen Bauch- 
muskels aufsteigenden Muskelbündel schieben sich unter die von der 
Mitte des Brustbeines kommenden hinein. Die von der Aponeurose des 
äußeren schiefen Bauchmuskels aufsteigende Muskelzacke ist sehr dünn 
und wird überdies von starken bogenförmig verlaufenden Strängen der 
Brustfascie so fest an die Vorderfläche des siebenten und achten Rippen- 
knorpels angedrückt, daß diese Ursprungszacke durch die Haut hindurch 
nicht erkennbar ist. Deshalb haben weder antike noch moderne Künstler 
auf diesen Teil des Muskels Rücksicht genommen, sondern die vordere 
Begrenzungslinie des großen Brustmuskels bogenförmig in die seitliche 
übergeführt. (Siehe die Figg. 165 und 167.) Der Ansatz des großen 
Brustmuskels wird erst nach Entfernung des Deltamuskels sichtbar. 
Von der Sehne des Brustmuskels, die eine 6 cm breite, doppelt geschichtete 
Platte darstellt (Fig. 166 Nr. 3), ist unter natürlichen Umständen nur ein kleines drei- 
eckiges Feld sichtbar, das durch seine vertiefte Lage auffällt, namentlich dann, wenn 
der Muskel in Thätigkeit versetzt wird, der gestreckte Arm z. B. irgend eine Last 
gegen den Körper heranzieht. Da läßt sich auch der scharf gespannte Rand der 
Sehne fühlen und umgreifen. 
Der kleine Brustmuskel (M. pectoralis minor, Fig. 117 Nr. 7) entspringt mit 
drei dünnen Sehnen an der dritten, vierten und fünften Rippe. Die an diese Sehnen 
sich anschließenden Muskelportionen stellen, je höher sie steigen, desto mehr einen 
gemeinsamen Muskelbauch her, dqer sich mit einer kurzen Endsehne an dem Hacken- 
fortsatz des Schulterblattes befestigt. Wirkung: Zieht das Schulterblatt und damit 
den Schultergürtel herab. Der kleine Brustmuskel wird von dem großen bedeckt. 
Nur bei aufgehobenem Arm und bei dünner Haut kommt der äußere Rand des 
kleinen Brustmuskels als ein schmaler Streifen zum Vorschein. 
Der kleine Brustmuskel heißt auch der kleine vordere Sägemuskel. Häuüg 
empfängt er eine Zacke von der sechsten Rippe, zuweilen auch noch von der zweiten. 
Der Schlüsselbeinmuskel (M. subclavius) liegt verborgen zwischen Schlüssel- 
bein und erster Rippe. 
Der vßrdere Sägemuskel (M. sermtus anticus, Fig. 168) umgreift 
die Seitenwand der Brust und entspringt mit neun Zacken von der ersten 
bis zur achten Rippe. Die auffallende Art seines Ursprunges verhalf ihm 
zu seinem Namen. Die oberen Zacken sind von dem großen und kleinen 
Brustmuskel bedeckt, nur die unteren sind frei und durch die Haut hin- 
durch sichtbar.  
Aus den Ursprungszacken formt sich ein platter Muskel, der nach 
hinten zieht, um sich "an den inneren Rand des Schulterblattes anzusetzen. 
Um den Muskel in seinem ganzen Verlauf übersehen zu können, muß 
der große und kleine Brustmuskel entfernt und das Schlüsselbein durch-_ 
schnitten werden, damit der Arm weit genug von dem Rumpf entfernt 
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