Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951124
336 
Abschnitt. 
Achter 
Brustdrüsen herum, durch ansehnlichen Fettgehalt aus, welcher jedoch 
auf. dem Brustbein fast vollkommen fehlt. I 
Die seitliche Brustregion hat als vorderen Rand den Brustmuskel 
(Fig.  S. 120), geht nach aufwärts in die Achselgrube und nach unten 
in die Weichen allmählich und ohne bestimmte Grenze über. 
Die Rückenfläche ist durch die von Muskeln bedeckten Schulter- 
blätter ausgezeichnet, welche durch ihre verschiedenen Stellungen die 
Formen des Rückens abwechselungsreich gestalten (Fig. 63 S. 107). 
Die oben erwähnten Flächen der Brust sind nicht anatomischen Ein- 
teilungsgrundsatzen, sondern dem thatsachlichen Bau des knöchernen 
Brustkorbes und seiner durch die Muskeln bedeckten Teile entnommen. 
Je vollendeter der männliche Organismus geformt, um so scharfer ist die 
Gliederung der Brust in große Hauptflachen. Alle Kunstwerke, von der 
Antike bis herauf zu uns haben diese Thatsache erkannt und dargestellt. 
Die Muskulatur der Brust liegt in mehreren Schichten übereinander. 
Die tiefsten Schichten sind ausschließlich dem Brustkorbe eigen 
und füllen die Spaltraume zwischen den einzelnen Rippen aus; sie heißen 
Muskeln des Thorax. Die oberflächlichen Schichten verlassen den 
Brustkorb, und setzen sich an den oberen Gliedmaßen fest; sie 
heißen deshalb auch Gliedmaßenmuskeln. Die meisten derselben sind 
große mächtige Fleischmassen, welche in erster Linie für die weitaus- 
greifenden Bewegungen des Armes dienen. Es ist dabei gleichgültig, ob 
sie sich direkt an dem Arm befestigen, oder an einem Abschnitt des 
Schultergürtels, sei es des Schulterblattes oder des Schlüsselbeines. Die 
oberiiächliche Muskellage wird von einer Fascie bedeckt, der Brust- 
fascie, welche von dem Unterleib heraufkommt und in das oberflächliche 
Blatt der Halsfascie übergeht. 
Gliedmafsenmuskeln 
der 
Brust. 
Die Gliedmaßenmuskeln der Brust wirken vor allem auf den Schulter- 
gürtel, der in hohem Grade beweglich ist, wie die Verschiebungen des 
Schulterblattes deutlich lehren. Dabei sind die Bewegungen in erster 
Linie an dem Hauptstützpunkt, an dem Brust-Schlüsselbeingelenk zu he- 
achten. Dort, im Sternoclaviculargelenk finden Bewegungen um drei, auf- 
einander senkrechte Achsen statt, wofür die Brustbeinhandhabe mit einer 
eigenartig gestalteten Gelenkpfanne ausgestattet ist, in der sich das 
Schlüsselbein heben und senken, nach vor- und nach rückwärts gleiten 
kann und überdies durch Drehungen die obere Flache sich nach rück- 
Wärts oder nach vorwärts wenden laßt. Das Schlüsselbein hat aber noch 
ein zweites Gelenk, an dem Akromion das Akromialgelenk, in welchem 
ebenfalls Drehungen um drei aufeinander senkrechte Achsen stattiinden. 
Diese Drehungen sind geringer, als jene des sternalen Gelenkes, aber
        

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