Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951104
Muskeln 
der 
Brust. 
und 
der vorderen 
Ansieht 
Äußere 
Brustgegend. 
seitlichen 
Als Brust erscheint, anatomisch aufgefaßt, eine Körperregion, welche 
sich von dem Schlüsselbein nach abwärts bis gegen die unteren Rippen 
erstreckt. Für männlich kraftvolle Gestalten braucht man eine breite 
Brust und breite Schultern. Die Form des Brustkorbes ist für die äußere 
Erscheinung des Rumpfes das Entscheidende oder wie es auch genannt 
wird, das "Gestaltende" (vergl. die Fig. 68). Diese Brust ist nicht 
übermäßig entwickelt, ebensowenig jene der Figur 28. Die Alten 
pflegten ihre Helden kräftiger und muskulöser darzustellen.  Die Brust 
scheidet sich in eine vordere, seitliche und hintere Brustregion. 
Die vordere Brustregion ist in der Mitte von einer schmalen Rinne, 
der vorderen Medianrinne, durchzogen. Sie ist durch die kräftige 
Entwickelung des großen Brustmuskels hervorgebracht, denn bei mageren 
Individuen verwandelt sie sich in das Gegenteil, in einen hochragenden 
Streifen. Das Brustbein ist dann breit unter der Haut sichtbar und läßt 
den Ansatz der Rippenknorpel deutlich erkennen, welche sonst durch die 
Schichte des großen Brustmuskels bis auf schwache Spuren verdeckt 
werden. Der ebenfalls nur nach der Abmagerung deutliche, quere Vor- 
sprung an der Vereinigungsstelle der Handhabe des Brustbeines mit dem 
Körper desselben, wurde schon in der Knochenlehre erwähnt. Eine leichte 
Vertiefung zeigt das Ende des Brustbeinkörpers und den Beginn des 
Schwertknorpels an. Auf den Schwertknorpel folgt die, schon dem Unter- 
leib angehörige Magengrube (Fossa cardiaca). (Vergl. die Figuren 68 und 
165, an denen die Rinne zwischen den beiden Brustmuskeln vortrefflich 
hervortritt, ebenso das Ende des Brustbeines, das Ende des Schwert- 
knorpels und dann die weiter abwärts folgende Magengrube.) Durch die 
Medianrinne wird die vordere große Brustiiache in zwei kleinere, in eine 
rechte und linke abgeteilt. Entbehrungen, Krankheit und Alter können 
den Brustmuskel so verdünnen, daß die Rippen zu zählen sind. Freilich 
sind dann ebenfalls noch Flächen zu sehen, aber sie zeigen eben nur die 
Rippen, welche in ihrer Kahlheit die Erinnerung an des Lebens Notdurft 
hervorrufen. 
Die Brustwarzen samt dem Warzenhofe bilden etwas nach 
außen gerichtete Kugelsegrnente, deren Spitzen mit dem unteren Rand 
der vierten oder mit der fünften Rippe zusammenfallen; ihre Lage 
schwankt innerhalb der erwähnten Grenze. Sie liegen 10_l2 OIII von 
der Mittellinie des Brustbeines entfernt. Die Haut ist in der Mittellinie 
dünn und über dem Brustbein wenig verschiebbar, seitwärts wird sie 
dicker und läßt sich in Falten aufheben. Das Unterhaut-Bindegewebe 
zeichnet sich auf der Vorderfläche der Brust, besonders aber um die
        

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