Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951096
Rulnpfes. 
des 
Muskeln 
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Formen bei Frauen und Kindern, bei denen sowohl das Fettgewebe 
unter der Haut als dasjenige zwischen den Schichten der Halsfascie so 
viel verschleiert, bietet keine Schwierigkeiten mehr, sobald die anatomische 
Zergliederung und das Studium eines hierfür tauglichen männlichen 
Modelles den wahren Grund all' der wechselnden Erscheinungen auf- 
gedeckt 
hat. 
Die Haut ist an der seitlichen Halsregion verschiebbar, doch nimmt 
die Verschiebbarkeit gegen den Kopf hin mehr und mehr ab, und mit 
dem ioberen Ende des Trapezmuskels und des Kopfnickers ist sie innig 
verwachsen. Dies ist der Grund, daß sich die, bei der Seitwäirtsneigung 
entstehende Hautfalte an dem oberen Ende des Halses aufstaut. 
Durch die Haut des Halses sehen Venen hindurch, von denen eine 
durch den regelmäßigen Verlauf und durch ihre Größe ausgezeichnet ist, 
es ist dies die äußere Drosselader (Vena jugularis externem). Sie liegt 
unter dem Hautmuskel des Halses und entsteht aus oberflächlichen 
Zweigen, die vom Hinterhaupt und von der Ohrgegend herabkommen. 
Sie steigt steil über den Kopfnicker hinab und begiebt sich in die seit- 
liche Halsgrube, um zu dem Stamm der inneren Drosselader zu ge- 
langen, welche hinter dem Kopfnicker den Weg zum Herzen nimmt. Bei 
dem Anhalten des Atems, nach vorhergegangener tiefer Einatmung, staut 
sich das Blut derart in den Venen des Halses und Kopfes, daß auch die 
äußere Drosselader anschwillt und ihr Ursprung leicht festzustellen ist. 
Bei schweren Anstrengungen schwillt sie aus denselben Gründen an, weil 
dabei der Atem angehalten wird. Mit gutem Grunde ist sie deshalb bei 
dem Borghesischen Fechter und bei dem Laokoon von den antiken 
Meistern angegeben. Wenn diese Ader bei dem Singen, Schreien und 
dergl. hervortritt, so liegt der letzte Grund immer in dem zeitweise ver- 
hinderten Rückfluß des Blutes, wobei die Venen des Kopfes und Halses 
anschwellen. Unter den ebenerwähnten Umständen treten auch noch 
andere Venen, die unter der Haut liegen, zum Vorschein. Dies ist der 
Fall mit  
der vorderen Drosselvene (Vena jugularis anterior), welche durch 
den Zusammenfluß mehrerer Venen der Unterkinngegend entsteht und 
von der Mitte des Halses entweder paarig oder uupaarig herabsteigt, um 
in der Tiefe der Drosseladergrube sich zu verlieren. Bei der zarten Haut 
blonder Kinder und Frauen sehen überhaupt im Gesicht wie in dem Be- 
reich der vorderen und seitlichen Halsregion zahlreiche Venen in Form 
von blauen, oft untereinander zusammenhängenden Bahnen hindurch. 
Niemals bemerkt man im Nacken etwas der Art, weil dort die Haut zu 
dick ist, und die Venen ähnlichen Kalibers zu tief liegen, als daß sie 
noch durch die Haut hindurchscheinen könnten.
        

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