Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951045
328 
Achter Abschnitt. 
solchen Umständen entsprechen sie erst ihrem Namen als Rippenhalter und Rippen- 
heber. Sind aber die Rippen fixiert und der Hals beweglich, so Werden dieselben 
Rippenhalter den Hals drehen und seitwärts beugen, wenn sie nur auf einer Seite 
thätig sind oder ihn vorwärts beugen, wenn sie gleichzeitig auf beiden Seiten wirken. 
Ihre Zusammenziehungen bei dem forcierten Seitwärtsneigen des Kopfes lassen sich 
direkt beobachten.  Auf der vorderen Fläche der Halswirbelsäule liegt 
der lange Halsmuskel (M. longus colli), er bildet einen rundlichen Strang, 
der von der Vorder- und Seitenüäche der drei obersten Brust- und der zwei bis drei 
untersten Halswirbel entspringt und bis zum vorderen Umfang des Atlas in die Höhe 
steigt, um sich dort zu befestigen. Ehe er den Atlas erreicht, giebt er an die übrigen 
Halswirbel mehrere Zacken ab, wodurch seine Wirkung augenscheinlich zu derjenigen 
eines Beugers der Halswirbelsäule wird. Nach außen von ihm liegt 
der große vordere gerade Kopfmuskel (M. rectus capitis anticus major"), 
etwas mächtiger als der vorerwähnte. Er deckt ihn auch" mit seinem inneren Rande, 
denn der Ursprung von den Querfortsatzhöckerxi des dritten bis sechsten Halswirbels 
berührt direkt den Verlauf seines Nachbars. Der aus diesen Ursprüngen hervor- 
gehende Muskelbauch erstreckt sich bis zu dem Grundbein des Schädels hinauf, wo 
er sich befestigt. Er beugt den Kopf nach vorwärts und verdient also ebenfalls den 
Namen eines Kopfnickers. 
Die 
vordere 
Region 
des 
Halses 
und 
die 
Seitenregionen 
desselben. 
Die Aufstellung scharf begrenzter Halsregionen, wodurch die Über- 
sicht erleichtert wird, ist in der plastischen Anatomie nicht mit solchen 
Schwierigkeiten verbunden wie in der beschreibenden oder in der chirur- 
gischen Anatomie. In der plastischen Anatomie ist der Ausgangspunkt 
für das Studium der kräftig entwickelte männliche Körper, dessen Regionen 
es an sicheren und leicht erkennbaren Grenzen durchaus nicht fehlt; 
ferner handelt es sich hier vorzugsweise um die oberflächlichen Schichten. 
Die plastische Anatomie faßt also vorzugsweise die oberflächlichen Formen 
ins Auge, und greift zunächst nach dem Hals des wohlgebauten Mannes. 
Verständnisvolle Auswahl des Modelles ist gerade hier die allererste Be- 
dingung. An kurzen Hälsen wohlbeleibter Individuen läßt sich kaum 
wahrnehmen, wo eine Region aufhört und die andere beginnt, und an den 
schönen Frauenhälsen sucht man vergebens nach scharfen Grenzlinien. 
An einem kräftigen männlichen Körper ist dagegen der Hals durch vier 
Flächen begrenzt: 
Die vordere Halsregion," welche durch den Verlauf der beiden 
Kopfnicker begrenzt wird, erstreckt sich vom Kinn bis zu der Halsgrube 
(Fig. 163). Durch die Beweglichkeit des Kopfes und der Halswirbelsäule 
kann sie, wie alle Seiten des Halses, verschiedene Gestalt annehmen. In 
wie fern dies der Fall ist, wurde schon oben bei der Beschreibung des 
Kopfnickers erwähnt. 
Die hintere Halsregion umfaßt diejenige Fläche, die man im ge- 
wöhnlichen Leben Nacken nennt. Ihre Ausdehnung erstreckt sich von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.