Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1951028
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Achter Abschnitt. 
Falten sind in der Mitte seines Weges am stärksten, um gegen 
mählich auszulaufen. (Vergl. die Figuren 11 und 13 S. 38.) 
auf- 
und 
abwärts 
Bei aufrechter Haltung grenzen die beiden Kopfnicker ein Gebiet 
ab, das man die vordere Halsregion nennt (Fig. 163). Diese scharf 
gezeichnete Region hat ihre Grenzen in den vorderen Rändern der Kopf- 
nicker, in dem Unterkiefer und in der Brustbeinhandhabe. Am Unter- 
kieferrand ist die Region am breitesten, um nach unten mehr und mehr 
sich zu verschmalern und in der vorderen Halsgrube ihr vertieftes Ende 
zu finden. Bei dem Mann ist sie kielförmig abgedacht, und beherbergt, 
wie schon erwähnt, das Zungenbein, den Kehlkopf, die Schilddrüse und 
die Luftröhre, die Speiseröhre und die großen zu dem Kopf aufsteigen- 
den Blutgefäße. Die vordere Halsregion erfahrt beträchtliche Änderungen 
bei den verschiedenen Stellungen des Kopfes. Sie ist in ihrer ganzen 
Ausdehnung sichtbar bei hochgehobenem Haupte (F ig. 163). Sowohl bei 
der Betrachtung von vorn als von der Seite ist zu bemerken, wie sie 
oben den Unterkieferästen folgt und in Form einer tiefen Furche, der 
Ohrkehlkopffurche, bis hinter das Ohr emporsteigt. Bei dem Senken 
des Hauptes kann die vordere Halsregion teilweise (Fig. 160) oder voll- 
ständig verdeckt werden, wenn das Kinn bis auf die Brust herabsinkt. 
Einige Änderungen der vorderen Halsregion bei den Seitwartsbewegungen 
des Kopfes wurden schon oben (siehe die kleingedruckte Note) beschrieben. 
Hier sei beigefügt, daß die vordere Halsregion auch ihre Symmetrie 
verliert: Ist z. B. der Kopf links oder rechts gedreht (Figg. 161 u. 162), 
so breitet sich die obere Abteilung der Region weit aus, auf der anderen 
Seite wird sie zu einer engen Spalte zusammengedrängt, in der sich die 
Haut aufstaut. Der Kopf ist samt dem Zungenbein gedreht, während 
der Kehlkopf in seiner Stellung nahezu unverändert verharrt. 
Es machen also nicht alle Organe des Halses die Drehbewegung des Kopfes 
mit; die Grenze, an der die Torsion aufhört, ist zwischen dem Zungenbein und dem 
Sehildknorpel zu suchen. Während sich das Zungenbein auf seiner Stelle herum- 
dreht, wird der Kehlkopf nur wenig seitwärts verschoben (Fig. 156).1 
Bisher wurde bei der Beurteilung des Kopfnickers stets vorausgesetzt, daß der 
Kopf beweglich sei, das Schlüsselbein dagegen fest stehe. Allein diese beiden Punkte 
können unter verschiedenen Umständen ihre Rollen tauschen. Ist der Kopf durch 
die Nackenmuskeln, welche an dem Hinterhaupt angreifen, fixiert, so wendet sich die 
Kraft des Kopfnickers gegen das Schlüsselbein, um dasselbe samt dem Brustbein und 
den Rippen zu heben. Dies geschieht bei Atmungsbesehwerden, dem krampfhaften 
Husten, überhaupt bei forcierter schneller Einatmung. In dem Beginn einer solchen 
Einatmung, dem sog. Luftschnappen, ziehen sich der Kopfnieker und der Hautmuskel 
des Halses schnell zusammen und beide werden auf einen Augenblick bemerkbar und 
zwar alle ihre Fasern, sogar diejenigen, welche von dem Hautmnskel des Halses zu 
dem Mundwinkel in die Höhe ziehen. Daher zuckt der Mundwinkel und wird nach 
abwärts gezogen. 
1 W. HENKE, Zur '1'0pographie der Bewegungen 
Kopfes auf die Seite. Mit 4 Holzschnitten. 
am 
Halse 
bei 
Drehungen 
des
        

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