Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947834
G eschichte 
der plastischen Anatomie. 
Lehrbücher für plastische Anatomie sind schon in großer Zahl 
veröffentlicht worden, so z. B. mit Benutzung des von dem berühmten 
Anatomen ANDREAS VESALIUS (T 1564) veröüentlichten Werkes. VESAL 
ist der Begründer der neueren Anatomie, und wie in dieser, wirkte er 
auch für die bildliche anatomische Darstellung reformatorisch. Er über- 
wachte mit der größten Sorgfalt die Künstler, welche nach seinen Prä- 
paraten arbeiteten. Die Abbildungen sind mit großer Wahrheit, mit Ge- 
schick und Geschmack, meistens nach kräftigen, jugendlichen Körpern in 
freier, kühner Zeichnung ausgeführt und werden einem Schüler TIZIANS, 
JOH. STEPHAN von OALOAR (1- 1546), zugeschrieben, dessen Gemälde oft 
von denen seines Meisters schwer zu unterscheiden waren.  
Dieses für Künstler berechnete Werk erschien in Deutschland erst 1706. Der 
Titel der deutschen Ausgabe lautet: 
Annm-ms VESALIUS Bruxellensis.  Zergliederung des Menschlichen Cörpers. Auf 
Mahlerey und Bildhauerkunst gericht. Augspurg, gedruckt und verlegt durch AN- 
DREAS MASCHENBAUER, 1706, Fol., 16 Bll.  Eine zweite Auflage von demselben Ver- 
leger. 1723, F0l., 14 Bll. 
(Roenns m: Pru-zs et) FRANQOIS TORTEBAT, Abrege (Panatomie aeconnaiode aux arts 
de peinture et de sculpturc. Paris (1667) 1668. F01. Es ist die früheste für Künstler 
bestimmte Anatomie und enthält zwölf von TORTEBAT radierte Tafeln. Das Werk 
wurde später noch einmal aufgelegt, ferner giebt es verkleinerte Nachstiche. 
Am Sehlusse des 17. Jahrhunderts erschien ein anderes hervorragendes Werk 
unter dem Titel: 
Anatomia per uso et intelligenza del disegno ricercata etc. Opera utilissima a 
pittori e scultori et ad ogni altro studioso delle nobili arti del disegno. Roma 1691. 
F01. maj. 56 Kupferblätter.  Auf dieses Werk haben vier hervorragende Männer 
ihre Kräfte verwendet. Der Zeichner war CHARLES ERHARD, der Direktor der franzö- 
sischen Akademie in Rom, der Stecher wahrscheinlich FnArqois ANDRIOT (HANDERIOT). 
Bmzuunmo GENGA, der Professor der Anatomie zu Rom, stellte die Präparate her, 
und der päpstliche Leibarzt, Giov. MARIA LANCISI, schrieb den Text. Die 'l'afeln sind 
sämtlich sowohl in anatomischer als künstlerischer Hinsicht von vorzüglicher Aus- 
führung, das Werk noch jetzt brauchbar für den bildenden Künstler. 
Sömlniuxo, S. TrL, Tabula sceleti feminini juncta descriptione. Frankfurt afM. 
1797. F01. inaj. 1 Kupfertafel und 1 Blattf. Text. Enthält die künstlerische Dar- 
stellung eines weiblichen Skeletes.  GERDY,  Anatomie des Formes exterieures 
du corps humain. Paris 1829. 80. 
Ich habe die Angaben der Litteratur, soweit sie für die plastische Anatomie 
eine engere Beziehung haben, hier aufgenommen, denn die Bücher sind Messer. WVer 
mit Büchern bekannt ist, hält das Heft dieses Messers in der Faust. 
Über die Ausdehnung und den Fleiß der anatomischen Studien giebt eine Reihe 
von Kupferstichen einen lehrreichen Überblick, welche von BONASONE her-stammen. 
Es sind 14 Tafeln in 80. Männer in verschiedenen Stellungen des Stehens und 
Schreitens, deren Haut halb oder ganz entfernt ist, um die darunterliegende Muskel- 
schichte zu zeigen. An einzelnen Tafeln trägt der in lebendiger Bewegung fort- 
schreitende Mensch seine abgezogene Haut in den Händen. Herrlich ist die Stellung 
von Nr. 334. 
Crrmsosromo Manrmnz wurde von seiner Vaterstadt Valencia mit Geld unterstützt, 
um eine anatomische Anweisung für Künstler zu schreiben, von der 20 Kupferplatten
        

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