Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950726
296 
Siebenter Abschnitt. 
deren Gegenstand zugewendet hatte. Dieses Verhalten hat man auch 
wohl als "lauernden" Blick bezeichnet. 
Bei mittlerer Augenstellung tragen die folgenden Arten des Blickes 
die Zeichen der unwillkürlichen, also der Reflexbewegung entweder voll- 
ständig oder nur teilweise an sich: Wird eine Person fixiert, die der 
Fixierende als über sich stehend anerkennt, so senkt er dabei in An- 
erkennung seiner untergeordneten oder abhängigen Stellung den Kopf 
und muß, um die Fixierung ausführen zu können, mit stark gehobenem 
hat 
man 
auch 
Nach 
Fig. 153. VAN Dycx: Porträt eines Malers. 
einer Radierung aus dem Münchener Kupferstichkabinet. 
oberen Augenlid die Augen entsprechend stark nach oben richten. Das 
ist der Blick des Kindes, des vertrauensvoll Bittenden, des demütig 
Dankenden, des Andächtigen vor dem Heiligenbilde,  die Ausdrucks- 
bewegung, mit welcher der Demütige oder Gebeugte zu dem höher 
Stehenden "hinauf blickt", dessen Wohlwollen er voraussetzt oder gewinnen 
will.  Diesem gerade entgegengesetzt ist die Fixierung nach unten 
mit erhobenem, auch wohl etwas seitwärts gewendetem Kopfe. Der 
Fixierende bezeugt dadurch, daß er sich höher fühlt, als die fixierte 
Person. Es ist der Blick des Hochmuts und der Verachtung. 
        

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