Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947829
Einleitung. 
die Galvanos hergestellt wurden, nach dem Modell und nach dem anato- 
mischen Präparate, entstanden. Diese Nebeneinanderstellung zweier Figuren 
eines und desselben Muskelgebietes bietet, abgesehen von der erklärenden 
Wirkung, noch den weiteren Vorteil, daß sich direkt durch Vergleichung 
entscheiden läßt, wie weit die richtige Führung der Linien gelungen ist. 
Einige andere Figuren sind dann von mir selbst mit Hilfe des Ortho- 
skopes entworfen worden. Bekanntlich stellt das geometrische Bild 
eine durch parallele Ordinaten auf einer Ebene gebildete Projektion dar, 
giebt daher ein dem Gegenstand vollständig entsprechendes Bild, soweit 
ein Körper überhaupt auf einer Fläche eine wahrheitsgetreueDarstellung 
finden kann. Diese geometrischen Zeichnungen können also auf volle 
Wahrheit Anspruch machen. Sie sind durch die Methode ihrer Her- 
stellung so genau, daß sie Messungen über Höhe und Breite gestatten, 
sobald die Größe der Reduktion bekannt ist. Sie können ferner als 
Grundlage für Verkleinerung und Vergrößerung eines Teiles oder des 
Ganzen verwendet werden, bieten also manche Vorteile,_ sobald es sich 
um absolute Genauigkeit, und um proportionale Verhältnisse der ganzen 
Gestalt oder einzelner Teile handelt. Mehrere Zeichnungen von Skeleten, 
welche diesen weitgehenden Ansprüchen genügen können, stammen von 
Professor J. CH. G. LUCAE in Frankfurt ajM. Ihm verdankt die Wissen- 
schaftiund die Kunst die Auffindung einer durchschlagenden, einfachen 
Methode zur Herstellung exakt geometrischer Zeichnungen. Das Skelet 
des Mannes Figur 1 ist wohlproportioniert; eine Abbildung desselben 
von vorn eignet sich durch den beigefügten Maßstab in Centimeter und 
Pariserzoll auch zu Studien über die Proportion. Dadurch, daß es eine 
bestimmte Individualität repräsentiert, die mit geometrischer Treue ent- 
worfen ist, sind direkte Messungen mit Zirkel und Maßstab ausführbar. 
Jede beliebige Vergrößerung auf seiner Grundlage hergestellt besitzt die- 
selbe geometrische Treue der Proportionen wie das verkleinerte Bild selbst. 
Nachdem die Abbildung des weiblichen Torso auf dieselbe Weise ent- 
worfen ist, lassen sich beide direkt miteinander vergleichen und gestatten 
so die Kontrolle mancher Unterschiede des Geschlechtes mit dem Auge 
und mit dem Maßstab. Das Mädchen Figur 2 besaß ein mäßiges Fettpolster, 
und deshalb etwas markierte Formen, die aber doch fein waren. Es 
hatte eine Größe von 156 cm und war ausgezeichnetdurch ein besonders 
breites, also echt weibliches Becken, an welchem die charakteristischen 
Unterschiede zwischen dem männlichen Becken aufs schärfste hervortreten. 
Um die orthogonalen Projektionen der Umrisse des Körpers und des dazu 
gehörigen Skeletes zu machen, wurden die Abgüsse des Körpers und dann 
das Skelet in der nämlichen Stellung nacheinander unter eine horizontal 
gestellte Glastafel gelegt, und die Konturen vermittelst des Orthoskopes ge- 
zogen. So entstand auch von diesem weiblichenTorso eine streng geometrische 
Abbildung, eine getreue Kopie der Körperumrisse und des Skeletes.
        

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