Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950557
Kopfes. 
des 
Muskeln 
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nennt, denn der verstohlene Seitenblick gilt einem geliebten Wesen.  Es ist eine 
Gewohnheit jedes Trinkenden, beim Leeren des Glases die Augen auf dasselbe zu 
richten, welche Bewegung durch die beiden inneren geraden Augenmuskeln vollzogen 
wird. Es wird von einem Anatomen berichtet, daß sie a barbaris musculi bibitorii, 
Trinkermuskeln, genannt werden. Wer diese Barbaren sind, hat CASSERIUS nicht ge- 
sagt. Man kann nur vermuten, daß er die Deutschen darunter meinte, welche, so oft 
sie mit den Römerzügen nach Italien kamen, wie einst die Gallier, durch ihre 
Leistungen im Essen und Trinken unter den nüchternen Italienern Aufsehen erregten. 
Daher dort noch aus jener Zeit das Sprichwort kursiert: "abbiamo mangato et bevuto 
come due Tedeschif" Über das Auge siehe: SÖMMERING, Abbildungen des menschlichen 
Auges. 1801. Bnom, P., Recherches sur Pindice orbitaire. Revue d'Antbropologie. 
Paris 1875. S. 577. MERKEL, Makroskopische Anatomie des Auges im Handbuch der 
gesamten Augenheilkunde von Gnunrn und Sämscn. Bd. I. Leipzig 1874. Lnucmnr, 
Rum, Organologie des Auges, ebenda, Band II. WErss, L., Beiträge zur Anatomie der 
Orbita. III. Tübingen 1890. 
III. 
Die 
Nase 
Die äußere Nase ist das Vorhaus der Nasenhöhle, die sich tief in 
den Gesichtsschädel mit ihren komplizierten Räumen hineinerstreckt und 
nach hinten in die Rachenhöhle mündet. Man unterscheidet deshalb in 
der systematischen Anatomie die im Gesicht hervorragende Nase von der 
inneren Nase, die aus der Nasenhöhle und der sie auskleidenden Schleim- 
haut, dem eigentlichen Sitz des Geruchssinnes besteht. Die letztere findet 
hier keine Berücksichtigung. 
Man unterscheidet an der äußeren Nase: 1) ihre Wurzel (an dem 
Stirnbein), 2) ihren Rücken (Giebel des Nasendaches), 3) ihre Spitze mit 
größerer oder geringerer Abrundung, 4) ihre Seitenwand und 5) die beiden 
Flügel. Letztere besitzen unter allen Teilen der Nase die größte Beweg- 
lichkeit. Die Nasenwurzel ruht auf einer knöchernen Grundlage, bestehend 
aus den beiden Nasenknochen, welche sich an das Stirnbein ansetzen; 
sie werden seitlich getragen von den Stirnfortsätzen des Oberkiefers 
(siehe die Knochenlehre S. 87). Dort ist auch der beträchtliche Wechsel 
erwähnt, dem die Nasenbeine und die Nasenfortsätze des Oberkiefers 
unterworfen sind (Fig. 40 S. 80 und Fig. 41 S. 81). Die Vervollständi- 
gung dieser knöchernen Nase geschieht durch eine Anzahl von Knorpeln, 
von denen der folgende dazu bestimmt ist, den Nasenraum in zwei ge- 
sonderte Höhlen, eine rechte und linke trennen zu helfen. 
Der Scheidewandknorpel (Septum. cartilagzineum) ist die Fortsetzung 
der knöchernen Scheidewand, welche durch das Prlugscharbein und die 
senkrechte Siebbeinplatte hergestellt wird. Nach hinten gegen den Rachen, 
und nach oben gegen den Schädelgrund, reicht die knöcherne Nasen- 
scheidewand; der vordere Abschnitt wird durch die knorpelige Platte 
ersetzt. Ihr bis in die äußere Nase vertretender Teil endet abgerundet 
in einiger Entfernung von der Nasenspitze, und geht auch nicht bis zum 
unteren Rande der die beiden Nasenlöcher trennenden und bloß durch
        

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