Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950502
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Siebenter Abschnitt. 
runden" Kinderaugen sprechen, so sind dies solche, bei denen die Höhe der Lidspalte 
von der Länge nur 21f2 mal übertroffen wird.  Die Größe des Auges wird nicht von 
der Lidöifnung allein, sondern auch von dem Durchmesser der Hornhaut bestimmt_ 
Dieselbe beträgt bei Kindern in frühester Jugend 8-9,5 mm und steigt bei Erwachsenen 
bis auf 11 und 12,5 mm. 
Die zu kurz geschlitzte Lidspalte giebt dem Gesicht einen wenig an- 
sprechenden Ausdruck, denn das Auge erscheint zu klein. An dem treu- 
herzigen Auge der Kinder ist die Lidspalte im Verhältnis zu dem Auge 
des Erwachsenen weiter geöffnet. Die offene Lidspalte wurde mandel- 
förmig genannt. Diese Bezeichnung ist im allgemeinen zutreffend, allein 
nur "unter dem beachtenswerten Zusatz, daß sich die am weitesten ge- 
bogenen Stellen der Lidränder nicht vollständig entsprechen. Die größte 
Höhe der Biegung liegt bei dem oberen Lid nahe dem inneren Augen- 
Thränenkarlmkel 4  
Nickhaut 
ßDec-kfalte des Lides 
  „1 Oberes Lid 
" m5 141 '75 1 w 
    
I].   raff" x xx 
5'   2 Unteres Lid 
5' Orbitalteil des Lides 
Fig. 144. 
von vorn gesehen. 
Auge 
Winkel, bei dem unteren dagegen mehr nach dem äußeren Augenwinkel 
hingerückt (Fig. 144). 
Die Ränder der Lider sind llfz mm breit, eben, die bedeckende 
dünne Haut hat ein feuchtes Ansehen und laßt die Farbe des Blutes 
lebhaft durchschimmern. Das ist gleichzeitig die Strecke, auf welcher 
die im Vergleich trockene Haut der Wange sich allmählich ändert, um 
die Beschaffenheit der Schleimhaut anzunehmen, welche die hintere Fläche 
der Lider überzieht und sich von dort aus umbiegt, um auch die vordere 
Fläche des Augapfels zu überziehen. 
Jeder Lidrand hat eine vordere und hintere Kante. An ersterer 
Sprossen in 2-3 Reihen die Cilien oder Wimperhaare hervor, deren 
kurzer zugespitzter Schaft so gekrümmt ist, daß die im oberen Augenlid 
nach oben, im unteren nach unten gekrümmt sind. Am oberen sind sie 
länger als am unteren, und an beiden in der Mitte der Ränder langer 
als gegen die Enden zu. An der Bucht des inneren Augenwinkels fehlen sie.1 
1 Mehr nebäxsäehlich, aber doch erwähnenswert ist die Thatsache, daß feine, 
lange, dichtgestellte Wimperhaare, indem sie dem sichtbaren Teile des Augapfels 
eine reichere und zartere Umrahmung gewähren, einen milderen und freundlichen 
Ausdruck des Auges befördern. .
        

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