Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950225
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Siebenter Abschnitt. 
lege der Wangen (Fig. 124 Nr.2?) Er entspringt von der äußeren Fläche 
des Oberkiefers und zwar von jenem Abschnitt, der die Zahnwurzeln be- 
deckt, dann vom Unterkiefer im Verlauf der äußeren schiefen Linie. 
Andere Ursprungspunkte liegen noch weiter rückwärts, bedeckt von dem 
äußeren Kaumuskel (Fig. 124 Nr.21). Die zahlreichen Bündel, die durch 
eine rote Fleischfarbe ausgezeichnet sind, treten am Mundwinkel in die 
Lippen ein, durchkreuzen sich dort in der Weise, daß die oberen in die 
Unterlippe, die unteren in die Oberlippe übergehen, und sich noch über- 
dies eine Strecke weit mattenartig durchllechten. Endlich ordnen sie 
sich zu parallelen Strängen, um der Mundspalte eine Strecke weit zu 
folgen und dann in der Haut zu endigen.  
Der dreiseitige Muskel des Unterkiefers (M. twiangularis maxillae 
inferioris, Fig. 124 Nr. 9), platt, dreieckig, entspringt breit von dem unteren 
Rand und der äußeren Fläche des Unterkiefers und steigt, seine Fasern 
zusammendrängend, gegen den Mundwinkel in die Höhe. 
Der vierseitige Muskel der Oberlippe (M. quadratus Zabii superioo-i.s, 
Fig. 124 Nr.7 und Fig. 125 Nr.10--12) besteht aus drei Abteilungen und 
entspringt vom Rand der Augenhöhle, dann vom Stirnfortsatz des Ober- 
kiefers und aus der Oberkiefergrube, und. steigt zu der Oberlippe und 
dem Mundwinkel herab, wo er viele Fasern dem Ringmuskel des 
Mundes übergiebt. Es geschieht dies folgendermaßen: Die Fasern 
einer Seite durchliechten sich am Mundwinkel in ziemlich inniger Weise 
und erzeugen dadurch jenen derben und prallen Knoten, der bei Leben- 
den wie bei Toten deutlich zu fühlen und bei manchen Menschen so 
stark entwickelt ist, daß er als kleiner Wulst sichtbar wird. Aus diesem 
treten die Muskelbündel dann aus, um ebenso wie die Bündel des Trom- 
petermuskels der zirkulären Richtung zu folgen. Die oberen ziehen in der 
Unterlippe ihren Weg, die unteren folgen dafür der Oberlippe, wie die 
nebenstehenden Linien dies andeuten  und die größte Zahl 
gelangt bis auf die Mundhalfte der entgegengesetzten Seite.  
Die Wirkung ist sehr mannigfaltigf er erweitert den Mund durch 
Aufheben der Oberlippe, die Ecken können dabei gleichzeitig nach oben 
gestellt werden; daß überdies die eine Hälfte des Gesichtes von der an- 
deren unabhängig diesemuMuskelspiel folgen kann, bedarf nur der Er- 
wähnung. Die Bündel all der genannten Muskeln gehen in den Schließ- 
muskel des Mundes über. Die in den Lippen verlaufenden Fasern 
können sich selbständig zusammenziehen, wodurch der Mund ge- 
schlossen, gespitzt, oder wie bei dem Saugen vorgestreckt wird, und dies 
Alles, je nachdem die eine oder andere Fasergruppe das Übergewicht 
erhält, die sich alle an dem Mundwinkel kreuzen. 
Zu diesem zusammengesetzten Ringmuskel des Mundes stoßen: 
Der 
große 
Jochbeinmuskel 
(JlIusculu-s xygomaticus, 
Fig- 
124
        

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